terie!) ſich ſelbſt ſpeiſt und tränkt, und ſich auch aus ihren eigenen Mitteln geiſtig füttert, wie und wo es ihr paßt. Denn die geiſtigen Begriffe ſind auch nur eine Verdauungsform der Materie, die ihre Säfte zu⸗ weilen in ſogenannten Ideen ausſchwitzt.
Mit Alsnahme des Begriffes von Gott, mein thenerer Freund, erwiederte der Baron von Holbach
mit einem ernſthaften und tiefſinnigen Anflug. Denn
die ſich ſelbſt denkende Materie, und das iſt der Menſch, kaun nur durch einen Verdauungsfehler auf den Be⸗ griff Gottes kommen. In ihrem geſunden und natür⸗ lichen Zuſtande zieht die Materie niemals den Begriff Gottes aus ſich hervor. Der Begriff Gottes, den die argliſtigen Theologen erfunden haben, iſt eine krank⸗ hafte Richtung, die nur mit Gewalt in den Welt⸗ organismus hineingetrieben werden kann. Eſſen wir daher ſtets mit Vorſicht, meine Freunde, und ſo gut als möglich, um nur heitere und vernünftige Ideen davonzutragen. Hüten wir uns aber vor dem erſten Verdauungsfehler, denn er könnte uns leicht dazu bringen, die unglückliche Bekanntſchaft Gottes machen zu müſſen.*)
Wir werden uns heute gewiß den Magen nicht verderben, bemerkte Cabanis trocken, indem er auf die Tafel hindeutete, die man ſo eben mit den Speiſen zu beſetzen anfing. Ich ſehe da ganz gewöhnliche Ge⸗ richte herantragen, und für einen höheren Geiſt, der an die leckeren Diners im Hötel Holbach gewöhnt iſt, ſcheint ſich darum wenig Ausſicht auch zu einem ideellen Aufſchwung darzubieten. Welcher Magen kann aus Sauerkohl und Cotelettes großartige Ideen erzeugen? Und ich wittere wahrhaftig dergleichen. Denn dieſe Feſteſſen auf Subſcription ſind hier in Paris immer eine ächte Stallfütterung. Das heißt aber, die Män⸗
*) Aus Holbach's Schriften.


