Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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Etwas Neues erfährt man aber auch, wenn man ißt, erwiederte Holbach, indem er mit komiſchem Aus⸗ druck ſeine fleiſchigen Finger demonſtrirend an die Naſe legte. Und darum ſehe ich mit einigem Troſt für meinen Geiſt, daß man hier bereits Anſtalt macht, zu Tiſche zu gehn. Eſſen und Denken ſind geradezu dieſelben Verrichtungen der menſchlichen Natur, nur daß ſie auf den verſchiedenen Polen des Organismus vor ſich gehn, und den Lebensproceß der Maſchine nach zwei entgegengeſetzten Richtungen hin darſtellen. Wer ißt, erfährt etwas Neues, denn er bringt dadurch ſich ſekbſt immer wieder von Neuem hervor, und je beſſer er ſpeiſt, deſto angenehmer überraſcht er ſich und ſeine Lieben mit einer neuen Figuration ſeines holden Daſeins. Ja, man ißt ſich alle geiſtigen Be⸗ griffe, die man hat, allmählig an den Leib, und mein Embonpoint iſt das eigentliche Pantheon aller Ideen.

Dieſe Nutzanwendung, welche Ihr von Eurem be⸗ rühmten Syſtem der Natur macht, hat mir ſchon wegen ihrer perſönlichen Liebenswürdigkeit immer ſehr gefallen, entgegnete Cabanis. Dies Euer Buch iſt doch dasjenige, welches am meiſten Epoche in der Zeit gemacht hat, und wir haben aus ihm unſere größten Anregungen, und hoffentlich bald auch unſere größten Thaten ge⸗ ſchöpft. In der That, Baron Holbach, wenn der geniale Abbs Galiani Euch den erſten maitre d'hötel der Philoſophie genannt hat, ſo iſt dies nicht blos wegen Euerer herrlichen Sonntags⸗Diners wahr, mit denen Ihr nun ſchon ſeit Jahren regelmäßig alle Euere denkenden und eſſenden Freunde bewirthet. Es iſt beſonders wegen Eueres Système de la nature und Eurer andern, gegen Gott und Chriſtus gerichteten Schriften wahr, denn durch Euer Syſtem iſt die ganze Welt ein angenehmer und höchſt gemüthlicher Gaſthof geworden, in welchem die Materie(und Alles iſt Ma⸗

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