Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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gewiſſer unangenehmer Ausdruck, der in Pitt's Antlitz und Haltung oft typiſch hervortrat, kündigte ſich zuckend an, verſchwand aber ſogleich wieder hinter einer di⸗ plomatiſchen Wendung, die den Unwillen über die eben gehörten Aeußerungen verſchleierte.

Seine Majeſtät der König Georg III. befindet ſich wohl, ſagte Pitt darauf in einem ernſten und nach⸗ drücklichen Ton. Seit langer Zeit iſt der Geſundheits⸗ zuſtand Seiner Majeſtät nicht ſo erfreulich geweſen, und Gott Lob, wir dürfen den edelſten und herrlich⸗ ſten Monarchen nun wohl für alle Zeit von dem Dä⸗ mon der Krankheit erlöſt halten. Das Gegentheil würde ein unwiederbringliches Unglück für England ſein. Denn oh endige und ganz perſönliche Mitwirkung des für das Wohl Englands, ohne ſeine Kraft und Kunſt zu regieren, würde der Nation der eigentliche Stifter ihres Glückes fehlen. Eine ſolche durch ſich ſelbſt arbeitende Maſchine, die ſchon durch das Gehen ihres Räderwerks allein Wohl⸗ ſtand und Freiheit verbreite, iſt die engliſche Verfaſſung nicht. Dies hat Euch Franzoſen Euer Montesquien aufgeſchwatzt, der in der engliſchen Verfaſſung ein Univerſalmittel ſah, gewiſſermaßen ein Allerweltspfla⸗ ſter, das nur auf jedes beliebige Volk aufgeklebt zu werden brauche, um es alle Blaſen des politiſchen Glücks ziehen zu laſſen. Nein, Graf Mirabeau, die engliſche Verfaſſung iſt keine politiſche Arbeitsmaſchine, ſie ſoll und darf es nicht ſein, und wenn der lebendige Athemzug eines weiſen Königs nicht in ihren Rädern fühlbar iſt, wird ſie nicht nützen und nicht arbeiten. Hütet Euch in Frankreich vor der Sucht, Univerſal⸗ mittel für die politiſche Freiheit finden zu wollen. Euer Montesquien hat ſchon einen ganzen philoſophi⸗ ſchen Schweif von Menſchheitsrettern hinter ſich her⸗ gezogen, die bei Euch alle darüber brüten, wie poli⸗