Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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Ueberlegenheit, mit der er die Aeußerungen Mirabeau's angehört, eine Beimiſchung von Milde und Rückſicht gab.

Der Wagen war eben an St. James Palaſt vor⸗ übergekommen, und Pitt blickte noch mit ſpähenden Augen, als wolle er dort etwas erforſchen, zu den Fenſtern des königlichen Reſidenzſchloſſes empor. Dann ſagte er, ſich wieder zu Mirabeau wendend, der in der größten Spannung ſeinem Wort entgegenharrte, mit einem raſchen Fluge der Stimme:

Die Politik des Miniſteriums Pitt, mein theurer Herr Graf, wird ſich immer gern der bedeutenden Geiſter zu ihrem Werkzeug bedienen, aber ſeine Rich⸗ tung wird doch nach allen Seiten hin eine conſervative ſein und bleiben müſſen. W den in England die Sache der Throne vertheid wie es auch kommen mag. Das Volk iſt doch im mr ein problema⸗ tiſcher Begriff, oder ein Phantom, über deſſen Exiſtenz die verſchiedenartigſten Vorſtellungen ſchweben. Man ſucht das Volk immer da, wo man es nicht fin⸗ det, und findet es, wo man es nicht ſucht. Wie ſchrecklich wäre es, auf einen ſo ſchillernden und ſchwan⸗ kenden Begriff, der uns nirgend ſtichhaltig in der Hand bleibt, die Politik eines Staates zu bauen! Obwohl England in ſeinem Schooße die Volksfreiheiten ſchützt und vertritt, ſo hat es doch ein Intereſſe daran, daß in Frankreich keine Volkspolitik aufkomme, denn das würde einen Schwindel geben, der ganz Europa zu Boden reißt! Wir wollen aber hier ganz gemächlich und ruhig weiterleben, wir ſind einmal keine Idealiſten, Herr Graf, wir ſind Engländer, und die Freiheit ſoll unſerer Nation nicht blos die Köpfe, ſondern auch die Taſchen füllen. Wir müſſen durchaus reich werden, das iſt unſere Beſtimmung, und davon hängt alles Uebrige bei uns ab. Dieſe ächte und ausſchließliche Grundlage unſerer Politik müſſen wir hier feſthalten,