— 181—
traurig fragen wirſt: Henriette, wo iſt das Geld ge⸗ blieben?
Du kannſt diesmal vollkommen ruhig ſein, denn ich werde nächſtens viel Geld einnehmen, meine gute Gräfin Yet⸗Lie! ſagte Mirabeau zu ihr, indem er ſie, wie er gern that, mit den Endſylben ihrer beiden Vornamen Henriette Amélie anredete, und ihr zu⸗ gleich den Titel der Gräfin hinzufügte, mit welchem Titel ſie auch von ihrer Bedienung genannt werden mußte.
Man kann doch nicht anders wie anſtändig leben, fügte Mirabeau nach einer Panſe hinzu, während Frau von Nehra jetzt raſch ihre Toilette zu beendigen ſuchte. Es iſt wahr, unſer Geld beginnt ſchon wieder dahin⸗ zuſchwinden, und das große Geheimniß der Ebbe, das man bei den Meeren ſchon immer unerklärlich ge⸗ funden hat, beherrſcht auf eine noch viel unerklärlichere Weiſe unſere Kaſſe. Aber gieb nur Acht, Yet⸗Lie, ich habe diesmal anch für die Fluth geſorgt, denn ich habe große literariſche Unternehmungen im Sinne, die mir durchaus einſchlagen müſſen. Ich bin heute den ganzen Vormittag in London umhergelaufen, und habe das Heer der Buchhändler unter die Fahne meines Genius gerufen. Und es wird wirken, Gräfin Yet⸗ Lie, Du kannſt Dich vollkommen darauf verlaſſen. Meine Schrift gegen den Eineinnatus⸗Orden habe ich ſchon untergebracht, und ſie wird in einigen Monaten hier in London im Druck erſcheinen. Es wird zu⸗ gleich meine erſte Schrift ſein, bei der ich mit offenem Viſir, unter Nennung meines vollſtändigen Namens, vor das Publikum hintreten werde. Denn es wird nun bald der Moment herangerückt ſein, wo es gilt, Mann gegen Mann, Zahn gegen Zahn in dieſer Zeit dazuſtehen. Der Verleger will mir zwar nur einſt⸗ weilen ein Honorar von zehn Guineen dafür erlegen,


