gebliebene Spalte der Thür eingedrungen waren. Darunter befanden ſich nicht nur mehrere der größeren Bewohner des Hauſes, ſelbſt eine Ziege, welche bart⸗ ſchüttelnd und mit einer fragenden Bewegung ihres Kopfes am Eingange ſtehen blieb, ſondert es flatterte auch eine ganze Schaar Vögel herein, die von ihrem Ausfluge auf die benachbarten Felder früher als ſonſt zurückgekehrt zu ſein ſchienen und in auffallender, ängſtlicher Unruhe ihre Herrin ſuchten, welche ſie dies⸗ mal nicht, wie ſonſt, körnerſtreuend und mit freund⸗ lichen Worten lockend, am Vogelhauſe empfangen hatte.
Madame Helvétius ſah mit dem höchſten Ausdruck des Erſtaunens dieſem ihr unerklärlichen Treiben ihrer Lieblinge zu, die ſich ihr auf Hals und Schultern ſetzten, und, mit den kleinen Flügeln unaufhörlich an⸗ ſchlagend, ihre Schnäbel öffneten, um die Küſſe, welche ſie ſich gewöhnlich von den Lippen ihrer gütigen Ge⸗ bieterin holen durften, zu erwarten. Zwei Zeiſige hatten ſich ſogar auf den neuen Kopfputz der Madame Helvetius zu ſetzen gewagt und pickten luſtig an den Kräutern und Blättern, welche den neumodiſchen Auf⸗ ſatz zierten.
Es muß etwas zu bedeuten haben, daß ihr heut ſo früh zurückkehrt! ſagte Madame Helvétius, die un⸗ verſchämten Zeiſige mit der Hand fortjagend. Ihr ſchwärmt ſonſt bis zur ſinkenden Abendſonne umher, ihr Wildfänge, ehe es euch einfällt, wieder zur Vo⸗ liere heimzufliegen und eurer alten Freundin den Abend⸗ gruß zu bringen. Und jetzt ſtört ihr mich im Salon und unter meinen Gäſten. Was in aller Welt wollt ihr denn? Hat euch etwas Ungswöhnliches draußen verſcheucht und geängſtigt?
Die Antwort auf dieſe Frage wurde in demſelben Angenblick durch ein donnerähnliches Getöſe gegeben,


