zu den Erſten, die ſolche elektriſche Drachen in Frank⸗ reich haben ſteigen laſſen, wie zum Beiſpiel ſeine göttliche Schrift über den Despotismus. Hat er mit dieſer nicht ſchon die ungeheure Elektricität des Ge⸗ witters bewieſen, das über Frankreich heraufzieht und ſich wohl bald, bald über unſerm Haupte entladen wird?—
In dieſem Augenblick wurde durch den Diener Herr Etienne Montgolfier gemeldet. Die Nennung dieſes Namens brachte in der Geſellſchaft eine leb⸗ hafte Bewegung hervor, und man erinnerte ſich der Neuigkeit des Tages, welche durch die zuletzt aus Paris angekommenen Gäſte beſtätigt wurde.
Inzwiſchen trat Etienne Montgolfier ein, welcher dem größeren Theil der Anweſenden ſchon perſönlich bekannt war, und von Madame Helvétius mit zuvor⸗ kommender Freundlichkeit empfangen wurde. Er war ein noch ziemlich junger Mann von einigen dreißig Jahren, der auf ſeinem intereſſanten, bleichen Geſicht die Spuren der großen Anſtrengungen und Kämpfe verrieth, die er bisher an ſein mit ſo wunderbarem Erfolg gekröntes Streben geſetzt hatte. Zugleich machte er in ſeinem ganzen ungemein einfachen Auftreten den Eindruck der liebenswürdigſten Beſcheidenheit und Schüchternheit, die ſich auch in der Anſpruchsloſigkeit ausgedrückt hatte, mit der er die Erfindung des Luft⸗ ballons größtentheils von ſich abzulehnen ſuchte, um ſie vorzugsweiſe ſeinem Bruder Joſeph, mit dem er alle Arbeiten gemeinſchaftlich gemacht, zuzuſprechen. Doch war es anerkannt, daß die Idee der neuen Er⸗ findung zuerſt von Etienne ausgegangen, dem auch die Aufgabe zugefallen war, die neue Maſchine zuerſt in Paris und Verſailles zu erläutern und ſie dort die entſcheidenden Proben ihrer Kraft beſtehen zu laſſen.
Montgolfier, den jetzt alle Anweſenden mit ſicht⸗


