Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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als deutſcher Dichter und Kritiker bezieht. Ihr ſollt täglich eine Stunde mit mir Deutſch leſen und mich in den Feinheiten Eurer Sprache unterrichten. Denn ich fühle das Bedürfniß, mich in den vollſtändigen Beſitz dieſer Sprache zu ſetzen, und Du ſollſt auch an dieſen Lehrſtunden einigen Theil nehmen, Henriette. Ich habe zwar mit Cabanis zuſammen Deutſch getrieben, der auch ein Theaterſtück von Gvethe, ich glaube, es heißt Stella, in's Frarzöſiſche zu überſetzen angefangen. Aber ich habe doch hent auf der Straße gefunden, daß ich mich noch nicht einmal mit einem gebildeten Schuhmacher, denn in Berlin ſcheinen ſelbſt die Schuh⸗ macher gebildet zu ſein, ganz leicht und ohne Anſtoß unterhalten kann.

So wollen wir die Hamburgiſche Dramaturgie von Gotthold Ephraim Leſſing mit einander leſen, Herr Grafi rief der Candidat mit glänzenden Augen.

Ich ſehe ſchon, Ihr ſeid der rechte Mann für mich, und zugleich ein wahrer Teufelskerl! entgegnete Mira⸗ beau. Ihr wollt mir Euren Leſſing auf den Hals ſchicken, der, wie ich gehört habe, mit unſern großen Dichtern ſo tapfer angebunden und gegen das hohle Weſen der franzöſiſchen Hofpoeſie die Schleuder Da⸗ vid's erhoben hat. Aber Ihr müßt wiſſen, darin bin ich ein College Eures Leſſing, denn die alte Zeit zu bekämpfen in allen Stücken, das iſt das eigentliche Handwerk des Grafen Mirabeau. Aber nun macht Euch auch auf den Weg, lieber Freund, und je beſſere Nachrichten Ihr mir aus Potsdam zurückbringt, deſto angenehmer wird meine Erkenntlichkeit für Euch ſein.

In der That, mir wird ganz eigenthümlich hier in Preußen zu Muthe, ſagte Mirabeau zu Henriette, als er ſich wieder allein mit ihr befand. Preußen iſt ein Land, das man ſtudiren und genau ergründen muß, und dies ſoll jetzt meine Aufgabe ſein, der ich alle