—
— ₰
11
ßigung, verſprach ihnen, mit der Königin zu reden, und entließ ſie mit dem gewöhnlichen Worte der Fürſten: „Man wird ſehen!“
Am 9. ſuchten die Requetmeiſter den Cardinal auf, und einer von ihnen, der das Wort für die andern führte, ſprach mit ſolcher Feſtigkeit und Kühnheit, daß der Cardinal ganz erſtaunt darüber war. Er entließ ſie auch, indem er wie der Herzog von Orleans ſagte, man würde ſehen.
Um zu ſehen, verſammelte man ſodann den Rath und ſchickte nach dem Oberintendanten der Finanzen d'Emery.
Dieſer d'Emery wurde ſehr verabſcheut von dem Volke, einmal, weil er Oberintendant der Finanzen war und weil jeder Oberintendant der Finanzen ver⸗ abſcheut ſein muß, und dann, was nicht geleugnet wer⸗ den kann, weil er es einigermaßen zu ſein verdiente.
Er war der Sohn eines Banquiers in Lyon, welcher Particelli hieß und ſeinen Namen in Folge eines Ban⸗ ferottes in den Namen d'Emery verwandelte.*) Der Cardinal von Richelieu, der in ihm ein großes Finanz⸗ männsVerdienſt erkannte, hatte ihn dem König Lud⸗ wig XIII. unter dem Namen Herr d'Emery vorgeſchla⸗ gen, und da er ihn zum Intendanten der Finanzen er⸗ nennen laſſen wollte, viel Gutes von ihm geſprochen.
„Ah, deſto beſſer, erwiederte damals der König, „es freut mich, daß Ihr mir Herrn d'Emery für dieſe Stelle nennt, welche einen ehrlichen Mann braucht. Man hatte mir gefagt, Ihr wolltet dieſen Schurken von Particelli dazu befördern, und ich befürchtete, Ihr würdet mich zwingen, ihn zu nehmen.“
„Ah, Sire,“ antwortete der Cardinal,„Eure
*) Was den Bern Staatsanwalt Omer Talon nicht abhält, ihn nach der Gewohnheit der Zeit, die fremden Namen franzoſiſch zu machen, Herr Particelle zu nennen.


