den Gang hinter und blieb vor einer Thüre ſtehen, durch welche der Geſang tönte.—
Zamor neigte den Kopf, ſein Auge wurde glänzender, ſein Mund verzog ſich zum Lächeln,
ſo daß man ſeine ſchönen weißen Zähne ſehen
konnte und er legte die eine Hand leiſe auf die Klinke. Aber drinnen mußte das Knarren der Klinke die Ankunft eines Fremden verrathen haben, denn eine klangvolle reine Stimme fragte:
„Wer iſk da?“— 1
Bei dieſer Frage veränderte ſich Zamors Ge⸗ ſicht auf eine eigenthümliche Weiſe, ſein Mund, welcher lächelte, verzog ſich wehmüthig, das Auge wurde unſtäter und die Hand nur öffnete herz⸗ hafter die Thüre. Zamor ſchob ſich langſam
hinein und in dieſem Augenblicke erſchien er wie
ein Kind, welches irgend etwas Koſtbares zer⸗ brochen hat und vor die ſtrafende, aber dennoch geliebte Mutter tritt.— Er wagte nicht auf die
Mädchengeſtalt zu ſehen, welche an dem Fenſter
ſaß und mit Nähen beſchäftigt war.— „Um Gotteswillen! Was fehlt Dir denn?“
fragte das Mädchen, indem ſie ſtarr den ſchönen


