Teil eines Werkes 
5. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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II.

Marius, der aus dem Bürgerkrieg kommt, bereitet ſich auf den häuslichen Krieg vor.

Marius war längere Zeit weder todt noch lebendig. Mehrere Wochen lang litt er an einem Fieber, begleitet von Delirium und ziemlich gefährlichen Symptomen, welche noch mehr durch die Erſchütterungen der Wunde am Kopfe her⸗ vorgebracht worden waren, als durch die Wunden ſelbſt.

Er wiederholte den Namen Coſette ganze Nächte lang mit der finſtern Geſchwätzigkeit des Fiebers und der dumpfen Hartnäckigkeit des Todeskampfes: die Größe einiger Ver⸗ letzungen war eine ernſte Gefahr. Die Eiterung der größeren Wunden konnte unter gewiſſen atmoſphäriſchen Einflüſſen den Kranken tödten; bei jeder Aenderung des Wetters, bei dem geringſten Gewitter war der Arzt beſorgt.Beſonders darf der Verwundete keine Aufregung haben, wiederholte er beſtändig. Die Anlegung der Verbände war ſchwierig. Nicolette zerzupfte ein ganzes Betttuch zu Charpie. Nicht ohne Mühe gelang es den Chlorauflöſungen und Höllen⸗ ſtein, den Krebs zu beſeitigen. So lange die Gefahr dauerte, war Gillenormand außer ſich vor Schmerz, an das Kopfende ſeines Enkels gebannt, ausharrend wie Marius, weder todt noch lebend.

Täglich und zuweilen auch zweimal kam ein Herr mit weißem Haar, der ſehr gut gekleidet war dieſes Signalement gab der Thürhüter um ſich nach dem Ver⸗ wundeten zu erkundigen und ließ dabei ein großes Päckchen Charpie zurück.