Teil eines Werkes 
5. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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Leute iſt! Es lohnt auch wohl der Mühe, zwanzig Jahr alt zu ſein! Nun iſt er todt. Das macht zwei Begräb⸗ niſſe unter einem Thorwege. Du haſt Dich alſo wegen der ſchönen Augen des Generals Lamarque ſo zurichten laſſen! Was hat denn dieſer General Lamarque Dir gethan? Sich wegen eines Todten umbringen zu laſſen! Wenn das nicht iſt, um verrückt zu werden! Das begreife man! Mit zwanzig Jahren! Und, ohne den Kopf zu wenden, um zu ſehen, was er hinter ſich ließ! Jetzt müſſen die armen Alten ganz allein ſterben. Krepire in Deinem Winkel, Nachteule! Nun, wirklich, deſto beſſer, ich hoffe, das wird mich tödten. Ich bin zu alt, ich bin hundert Jahr, hunderttauſend Jahr; ſchon ſeit langer Zeit habe ich das Recht, todt zu ſein. Durch dieſen Schlag iſt es aus. Welch ein Glück! Wozu nützt es ihm, Salmiak und alle dieſe Tropfen ihn einſchlürfen zu laſſen? Sie verlieren Ihre Mühe, Dummkopf von einem Arzt! Gehen Sie, er iſt todt. Ich verſtehe mich darauf, ich, der ich auch todt bin. Er hat die Sache nicht halb gemacht! Ja, dieſe Zeit iſt ſo nichtswürdig, nichtswürdig, nichtswürdig! Da Du ſo mitleidlos gegen mich geweſen biſt, indem Du Dich auf dieſe Weiſe tödten ließeſt, will ich nicht einmal Kummer um Deinen Tod haben, verſtehſt Du mich, Mörder!

In dieſem Augenblicke öffnete Marius langſam die Augen und ſein Blick, der noch durch das letargiſche Staunen verſchleiert war, heftete ſich auf Herrn Gillenormand.

Marius! ſchrie der Greis. Marius! Mein lieber Marius! Mein Kind! Mein geliebter Sohn! Du öffneſt die Augen, Du ſiehſt mich an, Du lebſt, ich denke!

Und ohmächtig ſank er nieder.