Teil eines Werkes 
5. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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man hatte das umhergeſtreute Pulver geſammelt, Kugeln gegoſſen, Cartouchen gemacht, Charpie gezupft, die Waffen der Gefallenen vertheilt, das Innere der Redoute geſäubert, die Leichen fortgetragen, die Trümmer beſeitigt.

Man legte die Todten in dem Gäßchen Mondétour, über welches man noch immer Herr war, auf einander. Das Fflaſter iſt an dieſem Orte lange roth gefärbt geblieben. Unter den Todten befanden ſich einige Nationalgardiſten der Vorſtadt. Enjolras ließ ihre Uniformen bei Seite legen.

Enjolras hatte zu zwei Stunden Schlaf gerathen. Ein Rath von Enjolras war ein Befehl. Indeß benutzten ihn nur Drei oder Vier. Feuilly verwendete dieſe zwei Stunden darauf, in der Mauer dem Cabaret gegenüber die Inſchrift einzugraben:

Es leben die Völker! Dieſe mit einem Nagel in den Abputz gekratzten vier Worte waren noch 1848 auf dieſer Mauer zu leſen.

Die drei Weiber hatten die Ruhe benutzt, um ent⸗ ſchieden zu verſchwinden; dadurch athmeten die Inſurgen⸗ ten freier.

Die Weiber hatten Mittel gefunden, in irgend ein benachbartes Haus zu flüchten.

Die meiſten Verwundeten konnten und wollten noch kämpfen. Auf einem Lager von Matratzen und Strohſäcken in der Küche, die in ein Lazateth verwandelt worden war, lagen fünf Schwerverwundete, unter ihnen zwei Munizipal⸗ gardiſten. Dieſe wurden zuerſt verbunden.

In dem unteren Saale blieben nur noch Mabeuf unter ſeinem ſchwarzen Tuche und der an den Pfahl gebundene Javert.

Dies iſt der Saal der Todten, ſagte Enjolras.

Die Deichſel des Omnibus war zwar von Kugeln durchſchoſſen, aber es blieb davon noch immer genug aufrecht ſtehen, um eine Fahne daran befeſtigen zu können.