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II. Während Coſette und die Touſſaint ſchlafen.
Jean Valjean ging mit dem Brief von Marius in das Haus zurück.
Er taſtete ſich die Treppe hinauf, zufrieden über die Finſterniß, wie der Geier, der ſeine Beute hält, öffnete und ſchloß leiſe die Thür, lauſchte, ob er kein Geräuſch ver⸗ nehme, überzeugte ſich, daß aller Wahrſcheinlichkeit nach Coſette und die Touſſaint ſchliefen und tauchte drei oder vier Schwefelhölzer in das Zündfläſchchen, ehe er Licht bekommen konnte, ſo ſehr zitterte ſeine Hand. In dem, was er gethan hatte, lag ein Diebſtahl. Endlich brannte ſein Licht. Er ſtützte ſich auf den Tiſch, entfaltete das Papier und las.
In Augenblicken ſo heftiger Aufregung lieſt man nicht, ſondern verſchlingt ſo zu ſagen das Papier, das man in der Hand hält, zerreißt es wie ein Opfer und zerdrückt es; man eilt zu dem Ende und überſpringt den Anfang; die Aufmertſamkeit iſt fieberhaft; ſie erkennt im Allgemeinen das Weſentliche, erfaßt einen Punkt und alles Uebrige ver⸗ ſchwindet. In dem Billet, welches Marius an Coſette ſchrieb, ſah Valjean nichts, als die Worte:
Ich ſterbe. Wenn Du dies lieſeſt, iſt meine Seele bei Dir.“
Dieſen zwei Zeilen gegenüber hatte er eine entſetzliche Verblendung. Er war einen Augenblick wie vernichtet durch den Wechſel der Aufregung, der in ihm entſtand. Er be⸗ trachtete das Billet Marius' mit einer Art trunkenen Stau⸗ nens; er hatte vor ſeinen Augen die glänzende Erſcheinung:
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