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Löſchblatt und überzeugte ſich aufs Neue. Er neigte ſich wie verſteinert über die unleugbaren fünf Zeilen, und es entſtand in ihm eine ſolche Finſterniß, daß man hätte glauben können, das Innere dieſer Seele ſtürze zuſammen.
Er durchmaß den furchtbaren Schritt, den ſein Schickſal gethan hatte, ohne daß er es ahnte; er erinnerte ſich ſeiner Beſorgniſſe vom vergangenen Sommer; er erkannte den Abgrund; es war noch immer derſelbe, aber Jean Valjean ſtand nicht mehr am Saume deſſelben, ſondern er war in die Tiefe geſtürzt.
Sein Inſtinkt belehrte ihn. Er erinnerte ſich gewiſſer Umſtände, gewiſſer Tage, gewiſſen Erröthens und gewiſſen Erblaſſens Coſetten's und ſagte ſich: er iſt es. Seine erſte Vermuthung traf Marius. Den Namen kannte er nicht, aber den Menſchen machte er ſogleich ausfindig. Er be⸗ merkte deutlich den Unbekannten aus dem Luxembourg, den elenden Liebſchaftenſucher, den romantiſchen Müßiggänger, den Dummkopf, den Feigling, denn es iſt eine Feigheit, Mädchen, die ihren Vater, der ſie liebt, an der Seite haben, verliebte Blicke zuzuwerfen.
Nachdem er zu der Ueberzeugung gelangt war, daß im Hintergrunde von alledem jener junge Menſch ſtand, daß von ihm Alles herrührte, blickte Jean Valjean, der ſo kräftig an ſeiner Wiedergeburt, an der Erhabenheit ſeiner Seele, an der Umwandlung ſeines ganzen Lebens gearbeitet hatte, in ſein Inneres und bemerkte hier ein Geſpenſt: den Haß.
Nach und nach bemächtigte ſich ſeiner eine finſtere Ver⸗ zweiflung, und während er ſo ſann, trat die Touſſaint ein. Jean Valjean ſtand auf und fragte ſie:
„Auf welcher Seite? Wiſſen Sie es?“
Die Touſſaint war ganz verdutzt und wußte nicht, was ſie antworten ſollte.
„Wie?“ fragte ſie.


