Teil eines Werkes 
4. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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Was ſind die Aufregungen einer Stadt im Vergleich zu dem Aufruhr der Seele? Der Menſch iſt eine noch uner⸗ forſchlichere Tiefe als das Volk. Jean Valjean war in dieſem Angenblicke die Beute einer furchtbaren Aufregung. Alle Abgründe hatten ſich ihm wieder geöffnet. Auch er bebte, wie Paris, an der Schwelle einer finſteren und fürch⸗ terlichen Revolution. Einige Stunden hatten dazu genügt. Sein Geſchick und ſein Gewiſſen waren plötzlich in Schatten gehüllt. Von ihm konnte man, wie von Paris, ſagen: die beiden Principien ſtehen einander gegenüber. Der weiße und der ſchwarze Engel ſollten ſich auf der Brücke des Ab⸗ grundes einander begegnen. Welcher von Beiden wird den andern hinabſtürzen? Welcher den Sieg erringen?

Am Tage vor eben dieſem 5. Juni war Valjean, be⸗ gleitet von Coſette und der Touſſaint, nach der Rue de PHomme Armé gezogen. Hier wartete ſeiner ein Um⸗ ſchwung des Glücks.

Coſette hatte die Rue Plumet nicht ohne einen Ver⸗ ſuch des Widerſtandes verlaſſen. Zum erſten Male, ſeit dem ſie mit einander lebten, hatte der Wille Coſettens ſich von dem Willen Jean Valjean's verſchieden gezeigt, und es war, wo nicht ein Zuſammenſtoß, doch wenigſtens ein Wider⸗ Die Elenden. VIII. 13

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