18
fanden beinahe freimaureriſche Auftritte ſtatt. Man ließ den Aufzunehmenden Eide leiſten, um ihm, ſowie den Fami⸗ lienvätern Dienſte zu gewähren. Das war die Formel.
In den Gaſtzimmern des Erdgeſchoſſes las man um⸗ ſtürzende Broſchüren. Man hörte dort Aeußerungen wie die folgenden: ich kenne den Namen der Führer nicht, wir Uebrigen erfahren den Tag erſt zwei Stunden zuvor. Ein Arbeiter ſagte: Wir ſind dreihundert. Geben wir jeder zehn Sous, ſo macht das fünf⸗ hundert Franecs, um Kugeln und Pulver zu kaufen Ein dritter ſagte: Ich verlange nicht ſechs Monate, ich verlange nicht zwei. Ehe vierzehn Tage ver⸗ gehen, ſtehen wir der Regierung gegenüber. Mit fünfundzwanzigtauſend Mann kann man ſich ſchon ſchlagen.— Wieder ein Anderer ſagte: Ich gehe nicht ſchlafen, weil ich während der Nacht Car⸗ touchen mache. Von Zeit zu Zeit kamen Leute in bür⸗ gerlicher Kleidung und ſahen aus, als ertheilten ſie Befehle, und drückten den Einflußreichſten die Hände. Sie blieben nie länger als zehn Minuten. Man wechſelte mit leiſer Stimme bedeutungsvolle Worte: Die Sache iſt reif! Die Aufregung war ſo groß, daß eines Tages in einem Cabaret ein Arbeiter ganz laut rief: Wir haben keine Waffen!— Einer ſeiner Kameraden antwortete: Die Soldaten haben welche, indem er ſo, ohne es zu ahnen, die Proclamation Bonaparte's an die Armee von Italien parodirte.
Wenn ſie etwas Geheimes abzumachen hatten, fügte ein Polizeibericht hinzu, ſo thaten ſie das nicht hier. Uebrigens begreift man nicht, was ſie noch zu verbergen haben konnten, nachdem ſie ſchon ſo viel geſagt hatten. Die Verſammlungen waren zuweilen periodiſch; in gewiſſen gab es zuweilen nie mehr als acht bis zehn Theilnehmer, und das waren immer dieſelben. In anderen konnte Jeder, der


