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mögen, für ſeine Perſon, für ſeine Angelegenheiten; er kannte den Werth einer Minute, aber nicht den eines Jahres; er war nüchtern, ernſt, friedlich, geduldig; ein guter Menſch und ein guter Fürſt. Er ſchlief bei ſeiner Gattin und hatte in ſeinem Palaſt Lakaien, welche beauftragt waren, den Bürgern das Ehebett zu zeigen. Er redete alle Sprachen Europa's, und indem er das Blut würdigte, dem er ent⸗ ſproſſen war, beſaß er den Verſtand, ſich beſonders wegen ſeines innern Werthes zu zählen und ſich Orleans zu nennen und nicht Bourbon. Er war vollkommen erſter Prinz von Geblüt, ſo lange er nur noch Königliche Hoheit ſich nannte, aber ein aufrichtiger Bürger mit dem Tage, an welchem er Majeſtät wurde. Entſchieden geizig war er, doch kein an⸗ erkannter Geizhals. Er liebte unbeſtreitbar ſein Vaterland, aber er zog ſeine Freunde vor; er war kleinlich, genau, wachſam, aufmerkſam, ſcharfſichtig, unermüdlich; er wider⸗ ſprach ſich zuweilen und ſtrafte ſich Lügen. Kurz, er beſaß eine Menge guter, ſogar vortrefflicher Eigenſchaften neben
einer Menge von Schwächen.
Ludwig Philipp war ſchön geweſen und gealtert noch anmuthig geblieben; der Nation gefiel er nicht immer, wohl aber der Menge. Die Majeſtät mangelte ihm; er trug weder die Krone, obgleich er König, noch hatte er weiße
Haare, obgleich er ein Greis war. Er zeigte ein Gemiſch des Adlichen und des Bürgerlichen, welches ſich für 1830 ziemte. Ludwig Philipp war der herrſchende Uebergang.
Er trug die Uniform der Nationalgarde wie Karl X. und das große Band der Ehrenlegion wie Napoleon. Seine großen Fehler beſtanden aber darin, daß er beſcheiden im Namen Frankreichs war. Er vergaß über die Liebe zu ſeiner Familie theilweiſe ſeine öffentlichen Pflichten, allein
wir müſſen geſtehen, daß ſeine Familie die Zärtlichkeit Lud— wig Philipps verdiente. Zwei Söhne Ludwig Philipps
hatten Metternich das demagogiſche Lob entriſſen: ſie ſind


