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ſenkte er mehr als einmal ſeine Augen auf ſeine durch⸗ löcherten Stiefel und lernte die ungerechte Schande und das ſchmerzliche Erröthen des Elends kennen. Bewundernswerthe und furchtbare Prüfung, aus welcher die Schwachen als Nichtswürdige, die Starken aber erhaben hervorgehen. Eine Höhle, in welche das Geſchick einen Menſchen wirft, ſo oft ſie einen Schuft oder einen Halbgott haben will.
Denn es werden viele große Thaten in kleinen Kämpfen vollbracht. Es giebt härtnäckige und unbekannte Tapferkeit, welche ſich Fuß bei Fuß in der Dunkelheit gegen die ver⸗ hängnißvollen Fortſchritte der Nothwendigkeit und der Schlechtigkeit vertheidigt. Edle und geheimnißvolle Triumphe, die kein Blick ſieht, die kein Ruhm bezahlt, kein Trompeten⸗ geſchmetter begrüßt. Das Leben, das Unglück, das Allein ſtehen, die Verlaſſenheit, die Armuth ſind Schlachtfelder, welche ihre Helden haben; uhbekannte Helden, größer aber oft, wie die berühmten Helden.
Feſte und ſeltene Naturen ſind ſo geſchaffen; das beinahe immer ſtiefmütterliche Elend wird zuweilen zur Mutter; die Entblößung gebiert die Kraft der Seele und des Geiſtes; die Noth iſt die Amme des Stolzes; das Unglück iſt eine nahrhafte Milch für die Groß⸗ herzigen.
Es gab einen Augenblick in Marius Leben, wo er ſeine Bodenkammer kehrte, für einen Sou Boier⸗Käſe bei der Hökerin kaufte, die Abenddämmerung abwartete, um bei dem Bäcker ein Brod zu kaufen und es verſtohlen nach ſeiner Bodenkammer zu tragen, als ob er es entwendet hätte. Zuweilen ſah man in dem Fleiſcherladen an der Ecke mitten unter die geſchwätzigen Köchinnen einen jungen linkiſchen Menſchen ſchlüpfen, der Bücher unter dem Arme trug, ſchüchtern und wüthend ausſah, der, indem er eintrat, den Hut vom Kopfe nahm, von welchem der Schweiß perlte, der verwunderten Fleiſcherin einen ſfen Gruß machte, dem
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