Teil eines Werkes 
3. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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. Marius in Noth.

Das Leben wurde hart für Marius. Seine Kleidungs⸗ ſtücke und ſeine Uhr zu verzehren, das war nichts. Er nagte⸗ wie man zu ſagen pflegt, an dem Hungertuche. Das iſt etwas Entſetzliches, was Tage ohne Brod, Nächte ohne Schlaf, Abende ohne Licht, Ofen ohne Feuer, Wochen ohne Arbeit, Zukunft ohne Hoffnung, Löcher in den Ellenbogen, einen alten Hut, über den die jungen Mädchen lachen, eine Thür, die man Abenvs verſchloſſen findet, weil man ſeine Miethe nicht bezahlt hat, die Unverſchämtheit des Thür⸗ hüters und des Garkochs, den Spott der Nachbarn, die Demüthigungen, den Widerwillen, die Bitterkeit, die Nieder⸗ geſchlagenheit bedeutet. Marius lernte das Alles verſchlucken, und erfuhr, wie das oft das Einzige iſt, was man zu ſchlucken hat. In dieſem Augenblicke des Lebens, wo der Menſch des Stolzes bedarf, weil er das Bedürfniß der Liebe empfindet, fühlte er ſich verſpottet, weil er ſchlecht ge⸗ kleidet, und lächerlich, weil er arm war. In dem Alter, in welchem die Jugend valPerz mit königlichem Stolze ſchwillt.

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