Ulti⸗
ns.“
165
nebeneinander arbeiten; Fauvert und einen andern. Das war ein gewaltiges Ereigniß. Das Schweigen wurde in ſolchem Grade gebrochen, daß man untereinander flüſtern hörte:„Das iſt ein Gärtnergehülfe.“
Die Stimmmütter fügten hinzu:„es iſt ein Bruder des Vater Fauvert.“
Jean Valjean wurde in der That auf regelrechte Weiſe eingeführt; er hatte das lederne Knieband und die Glocke; er war von jetzt an officiell und hieß Ultimus Fauchelevent.
Der verſtärkte Beweggrund für ſeine Zulaſſung war die Bemerkung der Priorin über Coſette geweſen:„ſit wird häßlich werden.“
Nachdem die Priorin dieſes Prognoſticon ausgeſprochen hatte, ſchenkte ſie ſogleich Coſette ihre Gunſt und wies ihr in dem Penſionate eine Stelle als Freiſchülerin an.
Dies iſt nun ganz logiſch.
Wenn man auch in dem Kloſter keine Spiegel hat, ſo beſitzen die Frauen doch ein Gewiſſen für ihr Geſicht; Mädchen nun, welche wiſſen, daß ſie hübſch ſind, laſſen ſich ſchwer zur Nonne machen; der Beruf dazu ſteht ge⸗ wöhnlich im umgekehrten Verhältniß der Schönheit, und man hofft mehr von den Hößlichen wie von den Schönen. Daher die Neigung für die Häßlichen.
Das ganze Abenteuer hob den guten alten Fauche⸗ levent; er hatte einen dreifachen Erſatz: bei Jean Val⸗ jean, den er rettete und beobachtete; bei dem Todten⸗ gräber Gribier, der dachte: er hat mir die Strafe erſpart; bei dem Kloſter, welches Dank ſeiner Hülfe den Sarg der Mutter Kreuzigung unter dem Altar behielt und ſo dem Geſetze auswich und Gott befriedigte. Es gab einen Sarg mit einer Leiche in Klein⸗Picpus und einen Sarg ohne Leiche auf dem Friedhofe Vaugirard; die öffentliche Ordnung
wurde dadurch ohne Zweifel gewaltig geſtört, aber man be⸗
merkte nichts davon. Die Dankbarkeit des Kloſters gegen


