Teil eines Werkes 
2. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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Der alte Fauchelevent hielt in der That in dem Augen⸗ blick, als Jean Valjean ihn anredete, in der Hand das Ende einer Strohmatte, welche er über die Melonenbeete zu breiten im Begriff ſtand. So hatte er ſeit einer Stunde, während welcher er in dem Garten beſchäftigt war, ſchon eine Menge Strohdecken gelegt. Dieſes Geſchäft veranlaßte die eigen⸗ thümlichen Bewegungen, welche Jean Valjean von dem Schuppen aus beobachtet hatte.

Er fuhr fort:

„Ich ſagte mir: der Mond ſcheint hell, es wird frieren. Wenn ich meinen Melonen ihre Ueberröcke anzöge?“ Dann fügte er mit einem herzlichen Gelächter, und indem er Jean Valjean anſah, hinzu:„Par Pieu, Sie hätten es eben ſo machen ſollen! Aber wie ſind Sie denn nur hierher ge⸗ kommen?“

Jean Valjean, der ſich von dieſem Menſchen gekannt ſah, wenn auch nur unter dem Namen Madeleine, ging mit großer Vorſicht weiter. Er vervielfältigte die Fragen. Son⸗ derbarer Weiſe ſchienen die Rollen vertauſcht zu ſein. Er, der Eindringling fragte:

„Und was iſt denn das für eine Glocke, die Sie am Knie tragen?

„Das?“ erwiderte Fauchelevent,„das iſt, damit man mir ausweicht.“

„Wie?“ Damit man Ihnen ausweicht?“

Der alte Fauchelevent blinzelte auf eine unbeſchreibliche Weiſe mit dem Auge.

„Ei freilich“, ſagte er.„Hier in dem Hauſe ſind nur Frauenzimmer; viele junge Mädchen. Es ſcheint für ſie ge⸗ fährlich zu ſein, wenn ſie mir begegneten. Die Glocke be⸗ nachrichtigt ſie; wenn ich komme, gehen ſie.“

„Was iſt denn das für ein Haus?“

„Ei, Sie wiſſen es ja wohl?“

„Aber nein, ich weiß es nicht.“

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