Teil eines Werkes 
2. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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eines Stadtviertels; es trug beinahe das mürriſche Aus⸗ ſehen einer alten ſpaniſchen Stadt. Die Straßen waren bequem gepflaſtert und nur mit wenigen Häuſern beſetzt. Ausgenommen die zwei oder drei erwähnten Straßen, war hier Alles Mauer und Einſamkeit. Kein Kaufmannsge⸗ wölbe, kein Wagen; kaum hier und dort ein heller Schein hinter den Fenſtern; nach zehn Uhr war jedes Licht ausge⸗ löſcht. Gärten, Klöſter, Zimmerhöfe, Sümpfe, wenig niedrige Häuſer und große Mauern, eben ſo hoch wie die Häuſer.

So war dieſes Stadtviertel im letzten Jahrhundert. Die Revolution hat es ſtark beſchädigt, niedergeriſſen, durch⸗ böchert, überall lagen Schutthaufen. Vor dreißig Jahren verſchwand dieſes Stadtviertel unter den Entwürfen von Neubauten, jetzt iſt es vollſtändig verwiſcht.

Klein⸗Picpus iſt ziemlich deutlich in dem Plane von 1727 angegeben, der in Paris bei Denis Thierry, Rue St. Jacques erſchien. Es hatte ein V von Straßen, wel⸗ ches durch die Rue du Chemin⸗Vert⸗Saint⸗Antoine gebildet wurde, die in zwei Aeſte auslief, deren linker den Namen Petite Rue Picpus annahm, während der rechte Rue Polon⸗ ceau hieß. Die Rue Polonceau führte weiter, als die Rue Picpus und durchkreuzte ſich zuletzt mit verſchiedenen anderen Straßen.

In dieſem Gewirre befand ſich Jean Valjean.

Als er, wie ſchon erwähnt, die ſchwarze Geſtalt auf Poſten an der Ecke der Rue Picpus erblickte, wich er zurück. Kein Zweifel. Er wurde durch dieſes Phantom belauert.

Was ſollte er thun? Zurückzugehen hatte er keine Zeit mehr. Was er vor einigen Augenblicken hinter ſich hatte bewegen ſehen, war ohne Zweifel Javert mit ſeinen Ge⸗ hülfen. Javert befand ſich wahrſcheinlich ſchon am Eingang der Straße, an deren Ende Jean Valjean ſtand. Javert kannte zuverläſſig dieſes Straßengewirre und hatte ſeine