II.
Ein Glück, duß über die Anſterlitzbrücke Wagen fahren.
Die Ungewißheit endigte für Jean Valjean; zum Glück dauerte ſie für jene Menſchen noch fort. Er benutzte ihr Zögern: das war verlorene Zeit für ſie, gewonnen für ihn. Er trat unter ſeiner Thür hervor und ſchritt raſch in der Rue des Postes in der Richtung nach dem Jardin des Plantes vorwärts. Coſette fing an müde zu werden. Er nahm ſie auf den Arm und trug ſie. Er begegnete keinen Menſchen, und man hatte des Mondſcheins wegen die Laternen nicht angezündet.
Er verdoppelte ſeine Schritte.
So ſchnell als möglich vorwärts ſchreitend, ging er an der poterie Goblet hin und erreichte die engen Straßen des Quai. Hier wendete er ſich um. Der Quai war verlaſſen. Die Straßen waren öde. Niemand hinter ihm. Er athmete auf.
Er erreichte die Auſterlitzbrücke.
Der Brückenzoll beſtand damals noch.
Er trat an die Zollſtätte und gab einen Sou.
„Es macht zwei Sous,“ ſagte der Invalide der Brücke. „Sie tragen da ein Kind, welches gehen kann; Sie müſſen für Zwei bezahlen.“
Er zahlte, ärgerlich darüber, daß er zu einer Bemer kung Veranlaſſung gegeben hatte. Jede Flucht muß ein unbeachtetes Vorüberſchlüpfen ſein.


