Teil eines Werkes 
2. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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war, an der Hand; er glaubte ein unſichtbares Weſen zu empfinden, das ihn führte. Uebrigens hatte er keine be⸗ ſtimmte Abſicht, keinen Plan, keinen Vorſatz. Er war ſelbſt nicht einmal völlig gewiß, daß es Javert geweſen war, und dann konnte es auch Javert ſein, ohne daß dieſer wußte, er ſei Jean Valjean. Hatte er ſich nicht verkleidet? Hielt man ihn nicht für todt? Indeß gingen ſeit einigen Tagen Dinge vor, die ſonderbar waren. Mehr war für ihn nicht nöthig; er war entſchloſſen, in die Baracke Gorbeau nicht zurückzukehren. Gleich dem Thiere, das aus ſeinem Lager aufgejagt iſt, ſuchte er nach einem Loche ſich zu verbergen, in Erwartung ein anderes zu finden, worin er wohnen könnte.

Jean Valjean beſchrieb verſchiedene Labyrinthe in dem Stadtviertel Muuffetard, welches ſchon im tiefen Schlafe lag. Durch verſchiedene Straßen kam er nach der Rue Cenſier und der Rue Copeau, der Rue du Battoir⸗Saint⸗ Victor und der Rue du Puits-LHermite. Hier gab es Wohnungen zu vermiethen, allein er beſichtigte keine, da er nicht zu finden glaubte, was ihm paßte.

So war es ſpät geworden und es ſchlug eff Uhr an der Kirche von Saint⸗Etienne⸗du⸗Mont, als er durch die Rue de Pontoiſe kam, vor dem Bureau eines Polizeicom⸗ miſſariats vorüber, welches die Nr. 14 führte. Einige Augen⸗ blicke darauf verurſachte der erwähnte Inſtinct, daß er ſich um⸗ wendete. In dieſem Augenblick ſah er deutlich, daß bei dem Licht der Laterne des Commiſſariats drei Menſchen, die ihm folgten, ziemlich nahe hintereinander auf der dun⸗ teln Seite der Straße unter der Laterne vorüberkamen. Einer dieſer drei Männer trat in den Hausgang des Com⸗ miſſariats. Der, welcher an der Spitze ging, kam Jean Valjean entſchieden verdächtig vor.

Komm, Kind, ſagte er zu Coſette, und beeilte ſich die Rue de Pontoiſe zu verlaſſen.

Er machte einen kleinen Umweg, ging ſo die Paſſage