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Dieſe entſchiedene Gleichgültigkeit ward nicht durch die Verthierung des Gemüth's erzeugt, die man gewöhnlich bei Menſchen wahrnimmt, die nach einer langen Reihe von Verbrechen vor ſich das Schaffot emporſteigen ſehen, auf welchem ſie dieſelben im Angeſicht der von ihnen beleidig⸗ ten Geſellſchaft büßen ſollen. Nein, der Zuſtand, in wel⸗ chem Benedetto ſich befand, war der einer tiefen Reſigna⸗ tion im Angeſicht der Rathſchlüſſe jenes allmächtigen Got⸗ tes, den er angerufen, um zu wiſſen, ob er den Ueber⸗ müthigen, der ſeine Macht gemißbraucht, ſtrafen ſollte oder nicht.
Der Vorabend des zur Hinrichtung beſtimmten Tages kam heran und Benedetto ward in das Betzimmer ge⸗ führt. Er widmete ſich mit Andacht den religiöſen Hand⸗ lungen, welche der öffentlichen Vollſtreckung eines Urtheils⸗ ſpruchs der hohen Juſtiz vorangehen.
Der Beichtiger hörte ihn mit Theilnahme an. Man ſah an ſeinem gerührten Blicke die Wirkung, welche die Worte des Bußfertigen in ihm hervorbrachten.
„Mein Vater,“ ſagte Benedetto, indem er das Zei⸗ chen des Kreuzes machte,„ich glaube an Gott. Ich glaube an ſeine Gerechtigkeit und nie iſt mir in die Gedanken ge⸗ kommen, ſie tadeln zu wollen. Durch das Verbrechen ge⸗ boren, mit Blut und Thränen getauft, konnte mein Ende kein anderes ſein, als das Blutgerüſt. Ehe ich an Gott glaubte, wie ich heute thue, fühlte ich in meiner Bruſt die ganze Bitterkeit, welche die Verzweiflung in dem Herzen eines Menſchen hervorrufen kann. Die Verzweiflung, die nicht blos eine gewöhnliche Redensart, nein, die Verzweif⸗ lung, welche die Hölle auf dieſer Welt iſt! Ohne ein mir durch Erziehung eingepflanztes Princip habe ich mich durch ſchlimme Geſellſchaft ſo weit beherrſchen laſſen, daß ich den Mann, der mich aus Barmherzigkeit bei ſich aufgenom⸗ men, beleidigte und ihm dieſe Wohlthat dadurch vergalt,
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