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würdeſt Du eben ſo wie ich den Schatten, die Einſamkeit und das Schweigen lieben!“
Vampa horchte begierig auf dieſe Worte Eugenien's. Benedetto hörte deutlich, wie raſch und heftig das Herz des römiſchen Banditen ſchlug, denn, wie wir geſagt haben, die Säule, hinter welcher Benedetto ſich verſteckt, war die⸗ ſelbe, an welche der berüchtigte Bandit gelehnt ſtand.
„Eugenie,“ ſagte Louiſe,„ich begreife, was dieſes Schweigen, dieſer Schatten und dieſe Einſamkeit einflößen, wo Deine Seele, frei von allen andern Bildern, ſich gänz⸗ lich der Betrachtung deſſen hingiebt, welches ſie heute be⸗ ſchäftigt. Ich jedoch, die ich nicht unter der Herrſchaft dieſes Gefühl's ſtehe, welches alle Deine Gedanken in An⸗ ſpruch nimmt, ich, die ich nicht die Energie und Kraft Deines Characters beſitze, ich zittere bei dem geringſten Ge⸗ räuſch; jeder Stein flößt mir Furcht ein, denn aus jedem glaube ich eine düſtere Geſtalt aufſteigen zu ſehen, welche uns ihren unheimlichen wilden Blick, gleich dem der reißen⸗ den Thiere, zuſchleudert. Ich bin einmal furchtſam, ich bin einmal ſchwach— ich bin wie alle Frauen— ich unter⸗ ſcheide mich nur in einem einzigen Punkte von ihnen— ich liebe nicht.“
Eugenie ſchritt, ohne auf ihre Freundin zu hören, ſchwermüthig und träumeriſch durch den Eircus. Loniſe ſah ſich genöthigt ihr zu folgen.
„Eugenie! Eugenie!“ rief plötzlich Louiſe, indem ſſie Eu⸗ genien mit zitternder Hand am Arme faßte.
„Welche Viſion beunruhigt Dich, meine Theure?“ ſ Eugenie, indem ſie ſich losz zumachen ſuchte.
„O, nein, es iſt nicht blos eine Viſion,“ antt tete Louiſe nach kurzer Pauſe und mit ſuttg An⸗ ſtrengung.
„Deine Hand iſt wie Eis,“ urmet gie„fürch⸗ t Du Dich?“


