Teil eines Werkes 
2. Bd. (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

teten Ort deutete,war die Thür, durch welche die Ver⸗

eine Tochter, eine Freundin umarmten und ſie vor dem

der Fackel zu beleuchten.

9

fallen ließ, nach welchen die beiden Frauen ihre neugierigen Blicke richteten.

Sehen Sie, ſagte der Cicerone,dies war der Cir⸗ cus der Thiere, wo ſie ihr Wuth⸗ und Hungergebrüll aus⸗ ſtießen, ehe ſie in die Arena geführt wurden und wohin ſie ſich geſättigt mit blutigem Rachen und mit feuerſprühendem, drohendem Auge wieder zurückzogen. Weiterhin, fuhr der Cicerone fort, indem er auf einen durch den Mond beleuch⸗ 3

urtheilten eintraten, um nie wieder hinauszukommen. Hier war die Tribune der Kaiſer, wo ſie die reißenden Thiere betrachteten und mit ſtolzer Verachtung die Bitten der zu dieſem kriegeriſchen Schauſpiele verurtheilten Chriſten und Sklaven anhörten.

Der Cicerone ſchwieg, indem er den Arm mit der Fackel erhoben hielt, während die Damen Arm in Arm ſich den Empfindungen hingaben, welche der Ort und die von dem Führer mitgetheilten Erklärungen in ihnen hervor⸗ gerufen hatten.

Louiſe, ſagte die jüngere von beiden,ich habe S Luſt da ihuſtehrn⸗ an die Stelle, wo ſo viele Schlacht⸗ opfer in der letzten Todesangſt und unter den Klauen der Thiere Aſien's und Afrika's zitterten. Ich will dort nach⸗ denken, auf dieſem Boden mit dem Blute und den Thränen ſo vieler tauſend Frauen gedüngt, welche zum letzten Male

Zahn der Ungeheuer zu ſchützen ſuchten. Komm, Loniſe, komm, meine Freundin.

Der Cicerone warf einen fragenden Blick die bei⸗ den Frauen und blieb unbeweglich, indem er erwartete, daß ſie ihm ein Zeichen geben würden, ihn zu begleiten.

Die beiden Freundinnen gaben ihm nbei nicht, und gewöhnt an die zuweilen wunderliche

der Fremden, begnügte er ſi die Stufen der i