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auf den Hals des Thieres ausgeſtreckt, und die unterwür⸗ fige, wenn nicht getröſtete Kuh ließ die weiße, dicke Sahne, die ſie zuweilen drei Tage zurückhielt, entſtroͤmen.
Doch bei den wilden Thieren war es noch anders: da Jean nie einem lebenden Geſchöpfe das Geringſte zu Leide gethan hatte, ſo liebten ihn alle Niedrigen der Schoͤpfung, diejenigen ausgenommen, deren Inſtinct es iſt, zu ſchaden. Man hätte glauben ſollen, ſie halten das Kind für einen kleinen Engel, der auf der Erde gehe, mit einer ſanften Stimme, welche alle Sprachen im Namen des Herrn ſpreche; und in der That, nach der träu⸗ meriſchen Art, wie Jean auf dem Mooſe liegend oder an einen Baum gelehnt auf die Singvögel horchte, konnte man, wenn man ihn ſo aufmerkſam und unbeweglich ſah, denken, er verſtehe ihren Geſang und vermoͤge ihn zu überſetzen und zu erklären.
Oft, wenn die kleine Mariette, welche nichts von dieſer Sprache verſtand, Jean fragte:
„Jean, was für ein Vogel iſt es, der dort fingt?“
Antwortete Jean:
„Es iſt eine Nachtigall, ein Fink, ein Rothbrüſtchen,“ denn Jean hatte nicht nöthig, den Vogel, welcher ſang, zu ſehen, um zu wiſſen, was für ein Vogel es war.
Und Mariette, als ſie ſah, daß er fortwährend horchte, fragte ihn:
„Jean, was ſagt er?“
Und Jean antwortete:
„Er dankt dem Herrn, daß er, um ihm den langen Flug zu erſparen, den er von hier zu ſeiner Mutter hat, einen in ein zuſammengerolltes Blatt gelegt.“
ver:
„Er dankt dem Herrn, der es geſtattet hat, daß der Dorn am Wege ein wenig Wolle den Schafen ausriß, welche vorüberzogen; denn die Zeit, wo das Weibchen Eier legen ſoll, iſt gekommen, und mit dieſer Wolle wird es ſich helfen, um ſein Neſt zu machen.“


