Teil eines Werkes 
15.-17. Bdchn (1851)
Entstehung
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Was in Saint-Penis um Tage des Yuells vor gefallen war.

War Lothario wirklich todt, wie es Samuel vermu⸗ thete? Wie verhielt es ſich mit dem Geheimniß ſeines ſeltſamen, unerklärlichen Verſchwindens?

Um auf dieſe Fragen zu antworten, iſt es nothwen⸗ dig, daß wir ein wenig auf unſerem Wege umkehren, und daß unſere Leſer uns erlauben, ſie zu dem Tage des unſeligen Duells zwiſchen Lothario und Julius zurückzu⸗ führen.

In dem Augenblick, wo der Graf von Eberbach aus dem Hotel der Geſandtſchaft wegging, nachdem er Lotha⸗ rio in Gegenwart des preußiſchen Geſandten den Hand⸗ ſchuh ins Geſicht geworfen und ihm geſagt hatte, er ſolle auf ein Wort warten, das er ihm ſchreiben werde, war Lothario von einer der ſchmerzlichſten Gemüthsbewegungen ergriffen, die er in ſeinem Leben empfunden hatte.

In ſeiner bis dahin ſo leichten und ſo glücklichen Erxiſtenz, wo Vermögen, Stellung, Alles ihn aufgeſucht und angelächelt hatte, wo die Aufopferung ſogar eine Freude und die Liebe Anfangs nur ein Kummer geweſen war, um eine um ſo reizendere Hoffnung zu werden, und wo er von Aengſten und Befürchtungen gerade nur das gehabt hatte, was man braucht, um das Glück beſſer zu

fühlen, in dieſer Exiſtenz hatte der Neffe des Grafen von Eberbach, das darf man wohl ſagen, das Leiden beinahe nicht gekannt.

Gott lenkt. W. 1