* 8 S7 S 5
.
⸗
8
l⸗
n
263
Julius aber ſprach ruhig, gleichſam ſeinen Gedanken erwiedernd:
„Samuel, ich bin nie ſo ernſt geweſen.“
Samuel ging an dieſem Tag in ein tiefes Nachdenken über die Worte von Julius verſunken weg.
„Ja,“ dachte er, während er durch die Straßen wanderte,„der Gewiſſensbiß über die Ermordung von Lothario hat ihm vollends den Reſt gegeben; er mag nicht mehr leben, und mit ſeiner ſchwächlichen Natur hat er nicht den Muth, ſich zu tödten. Es iſt ſehr möglich, daß er im Ernſle ſpricht. Er möchte gern auf mich die Verantwortlichkeit ſeines Selbſtmords zurückwerfen. Was ſeine Zartheit betrifft und die Abſolution, die er mir gibt, ſo iſt er ſehr gut, daß er mir Gewiſſensbedenken erſparen will. Habe ich Bedenken?
„Der wackere Mann, der ſich einbildet, ich bedürfe ſeiner Erlaubniß, um über ihn zu verfügen! Er gehört mir, wie die Niedrigen den Höheren, die Materie dem Geiſt, wie das Thier dem Menſchen. Bedarf der Menſch der Erlaubniß des Ochſen oder des Schafes? Oh! nein, ein Gewiſſensbedenken hält mich nicht zuxück. Ich frage nicht, ob die Sache geſetzlich iſt, ſondern ob ſie nützlich iſt.
„Lothario iſt todt, das iſt ſicher. Julius hat auf der Welt nur noch Friedrike und mich. Sein Teſtament muß einen großen Theil ſeines Vermögens Friedrike hinter⸗ laſſen, aber er hat mich, wie er mir ſo eben ſagt, nicht darin vergeſſen.
„Uebrigens, wenn er auch Friedrike Alles hinterlaſſen würde, was macht das mir! Da Lothario beſeitigt iſt, ſo kommt Friedrike wieder mir zu.
„Sie gehört um ſo mehr mir, als ich die Großmuth gehabt hatte, ſie abzutreten, und ſie iſt durch eine doppelte Dankbarkeit an mich gebunden. Mein doppeltes Opfer vermehrt die Rechte, die ich auf ſie hatte.
„Der Tod von Julius gibt mir alſo Friedrike und den Reichthum.
———— —————


