Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1851)
Entstehung
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Eine einzige Lampe beleuchtete ſpärlich das hohe Zimmer.

Samuel ſtand an einem Secretaire, Julius war nieder⸗ geſchlagen und zugleich ſchlaftrunken halb auf einem Ca⸗ napé ausgeſtreckt.

Nun! ſagte Samuel,was iſt Deine Anſicht über die neueſten politiſchen Ereigniſſe?

Der Graf von Eberbach zuckte die Achſeln.

An die Politik denkſt Du! verſetzte er Samuel ſtarr anſchauend.

Und an die Politik allein! Du willſt Dich nicht mehr damit beſchäftigen. Doch Du wirſt ſehen, ſie zwingt Dich, an ſie zu denken. Haſt Du nun die Zeitungen von dieſem Morgen geleſen?

Leſe ich die Zeitungen? erwiederte der Graf von Eberbach.

Oh! ich will Dich aufwecken, ſagte Samuel.

Und er nahm von einem Tiſche den Moniteur unter einem Haufen von Zeitungen, deren Band in der That nicht einmal zerriſſen war.

Du weißt, fuhr Samuel fort,Du weißt, daß die Kammer der Abgeordneten vertagt war; nun iſt es beſſer, ſie iſt aufgelsſt. Hier ſteht die Ordonnanz im Moni⸗ teur.

Ah! machte Julius gleichgültig.

Ja, dahin find die Dinge gekommen. Der Koͤnig hat auf eine Art geſprochen, die der Kammer nicht ge⸗ fallen, die Kammer hat auf eine Art geantwortet, die dem König nicht gefallen. Nun wendet ſich der König an vas Land, wie ein von ſeinem Kameraden geſchlagener

Schüler ſich an den Lehrer wendet. Der arme Karl X., der noch ſo nalv iſt, zu glauben, das Land werde ihm Recht geben. Die Nation iſt feindlicher gegen ihn geſinnt, als die Abgeordneten. In der Kammer hat er gegen ſich zweihunderteinundzwanzig Abſtimmende; in Frankreich hat er gegen ſich alle Welt. Das Volk konnte wohl eine