Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1851)
Entstehung
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verſammelt und ſei im Begriff, das Urtheil über die Häup⸗ ter der Empörung zu ſprechen.

Ah! der academiſche Senat richtet uns? ſagte Samuel.Wohl! wir werden den academiſchen Senat richten. Hollah! Ihr Füchſe, rief er,wacht an den Thoren. Der Senioren⸗Convent tritt zur Berathung zu⸗ ſammen.

Die Senioren verſammelten ſich in einem Saale des Gefängniſſes.

Samuel nahm ſogleich das Wort. Es war biesmal eine kurze militäriſche Rede nach der Art von Tacitus, welche der Lärmen des Aufruhrs und das entfernte Raſ⸗ ſeln der Trommeln begleiteten und nicht eine Unterbre⸗ chung dieſer verſammelten Väter von zwanzig Jahren durchſchnitt.

Meine Freunde, wir haben keine Zeit zu verlieren, ich höre zum Ausrücken trommeln. Die Truppen werden kommen. Es iſt erſprießlich, ſogleich einen Entſchluß zu faſſen. Vernehmt meine Anſicht:

Man hat uns alle Arten von Rachewerken vorge⸗ ſchlagen, die Niederbrennung des Hauſes von Mühldorf, vie Plünderung der Stadt, u. ſ. w. Jedes von dieſen Rachewerken hat ſeinen Reiz, ich leugne das nicht. Doch das wird zu einer Schlacht mit der Miliz, zum Blut⸗ vergießen und zum Verluſte koſtbarer Freunde führen. Wäre es nicht beſſer, daſſelbe Reſultat ohne Blutvergießen zu erlangen?

Was wollen wir? Die Bürger beſtrafen. Wohl den es gibt eine Art, ſie noch ſchrecklicher zu beſtrafen, als wenn man einige Scheiben zerbricht und ein paar Bal⸗ ken verbrennt. Wir können in einer Stunde Heidelberg zu Grunde richten. Zu dieſem Behufe hrauchen wir nur Eines zu thun; zu gehen. 5

Wovon lebt Heidelberg, wenn nicht von unſerer Anweſenheit? Wer macht die Schnelder leben? Diejeni⸗ gen, welche ihre Kleider anziehen. Wer erhält die Schu⸗