Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1851)
Entstehung
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Trichter und ſeine Freunde ſahen ſich zwiſchen den Bürgern als Kopf und der Polizei als Schwanz gefan⸗ gen. Sie mochten immerhin ruhmwürdig Wiverſtand leiſten, die Poſition war unmoglich. Man mußte nach⸗ geben. Einigen Studenten gelang es, zu entkommen, doch Trichter und die zwei anderen Füchſe wurden verhaftet.

Man führte ſie unter ſtarker Bedeckung in's Ge⸗ fängniß.

Zum Glück war das Gefängniß nur ein paar Schritte entfernt, denn die Studenten fingen an in Gruppen zu er⸗ ſcheinen, und man machte ſogar einige Verſuche, um die Verhafteten zu befreien. Doch, unterſtützt von den Bür⸗ gern, widerſtand die Wache, und die drei Studenten wur⸗ den eingeſperrt.

Das Gerücht von dem Scharmüzel und der der Univerſität widerfahrenen Schmach verbreitete ſich bald. Nach zehn Minuten wußten es alle Studenten. In einem Augenblick waren die Hörſäle verlaſſen, und die beliebteſten Profeſſoren richteten ihre Vorleſungen an Rücken, und ſodann an leere Bänke.

Zuſammenſchaarungen bildeten ſich auf den Straßen. Drei Studenten verhaftet wegen eines Streites mit einem Philiſter! die Sache war wichtig und forderte Rache. Es wurde beſchloſſen, ſich gemeinſchaftlich zu berathen, und Alle wandten ſich nach dem Gaſthaus, wo Samuel wohnte. Der Vorfall war von einer Bedeutung, daß es ſich wohl der Mühe lohnte, den König davon in Kenntniß zu ſetzen.

Samuel ließ alle Welt in den ungeheuren Saal ein⸗ treten, den wir ſchon zum Fuchscommers haben dienen ſehen. Er präſidirte bei der Verſammlung, und Jeder konnte ſeine Anſicht ausſprechen.

Es war eine merkwürdige Sitzung und ſo wenig par⸗ lamentariſch als möglich. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß alle Vorſchläge, welche preisgegeben wurden, heftig, exaltirt, wüthend waren. Man wurde ſtets wegen der Heftigkeit der Motion beklatſcht.