Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1851)
Entstehung
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S

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Maß genommen hatte, ſagte er:Das wird am Sonn⸗ abend fertig ſein.

Gut. Sie werden es mir ſchicken, verſetzte Trich⸗ ter. Und er machte einen Schritt, um wegzugehen.

Sie gehen? fragte Mühldorf.

Warum ſollte ich bleiben 2

Ich verlange nicht, daß Sie bleiben, aber ich hoffe, Sie werden mir etwas zurücklaſſen.

Was denn?

Etwa hundert Gulden, eine einfache Abſchlags⸗ zahlung.

Mein guter Mühldorf, erwiederte Trichter,Sie ſind heute zu artig gegen mich geweſen, und Sie haben mir zu freundſchaftlich das Maß genommen, als daß ich Ihnen antworten könnte, wie ein ehrlicher Student auf eine gemeine Geldforderung antworten ſoll. Das Anden⸗ ken an die Kleider, die Sie mir in ſieben Jahren geliefert haben, und die Hoffnung auf das, was Sie mir am Sonn⸗ abend liefern werden, bewegen mich, Ihr Brummen nicht übel aufzunehmen, Ich verzeihe Ihnen.

Verzeihen Sie und geben Sie, ſprach Mühldorf, die Hand ausſtreckend.

Trichter drückte dem Schneider die Hand.

Einen Händedruck, wenn Sie wollen, ſagte er,doch ich habe keinen Pfennig.

Und er wandte ſich nach der Thüre.

Mühldorf verſperrte ihm den Weg

Keinen Pfennig! rief er,und die fünfhundert Gulden, die Ihnen Ihre Frau Mutter geſchickt hat?

Fünfhundert Gulden? meine Mutter? wiederholte Trichter.Ah! liebenswürdige Tollheit! Mühldorf, Sie werden witzig.

Alſo, rief Mühldorf mit einem Zorn, den er noch zu bewältigen ſuchte,alſo nicht damit zufrieden, daß Sie die alten Kleider nicht bezahlen, kommen Sie in mein