Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1851)
Entstehung
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Chriſtiane, welche ſo zart und koſtbar wie ihr Palaſt mit der reichen Bilvhauerarbeit.

Ich will! Nun kann ich ſelbſt nicht mehr zu⸗ rückweichen. Mein Wille iſt mein Geſetz und Euer Verhängniß geworden. Das iſt Eure Schuld! War⸗ um hat Eure vorgebliche Tugend mein ſogenanntes Ver⸗ brechen herausgefordert, bekämpft, und bis jetzt ſogar be⸗ ſiegt? Warum hat Eure falſche Schwäche dem, was ich meine Stärke nannte, Trotz geboten, es verletzt und, ich glaube, Gott verdamme mich, ſogar geſchlagen! Und das dauert nun mehr als ein Jahr! Kann ich in dieſer von Eurem Hochmuth gegen mich eingegangenen Partie verlieren? Ich habe nur Angſt vor mir allein in der Welt; kann ich vor zwei Kindern dieſem letzten Gefühle: meiner Selbſtachtung, entſagen?

Ueberdies iſt Eure Niederlage nothwendig für den Kampf, den ich, wie Jacob, mit dem Geiſte Gottes be⸗ ſtehe. Ich muß mir beweiſen, daß der Menſch auch Hert des Guten und des Boſen iſt und, ganz wie eine Vorſehung, die Reinſten fündigen und die Feſteſten fallen machen kann.

Endlich iſt vielleicht das Auflöſungswort in der Liebe, die ich von Euch verlange. Lovelace, ein ſeltſamer Stolzer! ſchläfert diejenige ein, welche er beſiegen will. Ich werde Dich nicht einſchläfern, ich werde Dich auf⸗ wecken, Gretchen. Der Marquis von Sade, ein ſelt⸗ ſamer Wollüſtling! verfolgt das Ideal des unendlichen Geiſtes in der Folterung der begränzten Materie. Es iſt nicht Dein Körper, ſondern Deine Seele, Chriſtiane, was ich durch den Schmerz beſitzen werde. Und wir werden ſehen, ob meine Alchemie des menſchlichen Wollens nicht etwas hervorbringt.

Ah! mir ſcheint, ich ſuche Entſchuldigungen und Gründe für meine Handlungen? Pfui doch! Beim Teufel! ich handle ſo, weil ich ſo bin, weil ſo mein Cha⸗

Gott lenkt. 1. 8 15