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und Wolluſt es bereitet, in einem Wetterwirbel zu galoppiren, ber mein Lieber? Gerade, weil ich auf dieſen Sturm hoffte,
habe ich Dich fortgeführt. Meine Nerven waren den be⸗ ganzen Tag gereizt und krank, doch das heilt mich. Hur⸗ nd rah dem Orkan! Wie, des Teufels, kannſt Du nichts
von dieſem Feſte fühlen! Steht dieſer Sturm des Him⸗ ſo mels nicht gut zu dieſen Bergſpitzen und Abſtürzen, zu
dieſen Felſen und Ruinen? Biſt Du achtzig Jahre akt, daß Du willſt, Alles ſoll unbeweglich und todt ſehn wie Dein Herz? Du haſt Deine Leidenſchaften, ſo ruhig Du auch biſt. Nun, ſo laß die Elemente die ihrigen haben. Ich, ich bin jung; ich habe mein zwanzigſtes Jahr, das im Grunde meines Herzens ſingt, eine Flaſche
te Wein, die in meinem Gehirnbrauſt, und ich liebe den Donner.
König Lear nannte den Sturm ſeine Tochter, ich, ich ch nenne ihn meine Schweſter. Seh unbeſorgt für uns,
Julius. Ich lache nicht über den Blitz, ich lache mit er dem Blitz. Ich verachte ihn nicht, ich liebe ihn. Der ö⸗ Sturm und ich, wir ſind zwei Freunde. Er würde mir ie kein Leid anthun wollen, ich gleiche ihm. Die Menſchen ie halten ihn für bösartig; das ſind Dummkopfe; der e Sturm iſt nothwendig. Das iſt der Augenblick, ein we⸗ ⸗ nig Wiſſenſchaft zu treiben. Dieſe mächtige Electricität it toſt und flammt, tödtet und zerſtört nur da und dort, rz um die Summe des vegetabiliſchen und animaliſchen le Lebens zu vermehren. Ich bin auch ein Sturm⸗Menſch. h Das iſt der Augenblick, ein wenig Philoſophie zu treiben. b Ich würde auch nicht zögern, durch das Böſe zu gehen, u um zum Guten zu gelangen, den Tod anzuwenden, um h das Leben hervorzubringen, Es handelt ſich nur darum, 5 daß ein höherer Gedanke dieſe äußerſten Acte beſeelt und
„Schweige doch, Du verleumdeſt Dich, Samuel.“ „Du ſagſt zu mir Samuel, als ob Du ſagen würdeſt Samiel! Abergläubiſches Kind! Weil wir


