Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn (1850)
Entstehung
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erſchöpft, hatte er nichts mehr kennen zu lernen; er langweilte ſich.

Es war die ſchlimmſte von ſeinen Krankheiten, das Fieber der Langweile; heftig unter Frau von Chateau⸗ rvur, war es wechſelnd unter Frau von Pompadour und chroniſch unter Madame du Barry geworden.

Denjenigen, welche nichts mehr kennen zu lernen haben, bleibt oft noch etwas zu lieben; das iſt ein un⸗ trügliches Mittel gegen die Krankheit, von der Ludwig XV. befallen war. Der individuellen Liebe überdrüſſig durch die, welche er einem ganzen Volke eingeflößt und die man bis zur Wuth getrieben hatte, war ihm dieſe Gewohnheit der Seele zu alltäglich vorgekommen, als na ein König von Frankreich ſich derſelben hingeben ollte.

Ludwig KV. war alſo von ſeinem Volk, von ſeiner Frau und ſeinen Geliebtinnen geliebt worden; doch Lud⸗ wig XV. hatte Niemand geliebt.

Es bleibt den Ueberfättigten eine aufregende Be⸗ ſchäftigung. Das iſt das Leiden. Doch abgeſehen von den paar Krankheiten, die er durchgemacht, hatte Lud⸗ wig XV. nie gelitten, und, ein begünſtigter Sterblicher, empfand er als Vorgefühl des Todes nur einen Anfang von Müdigkeit, den ihm die Aerzte als ein Signal zum Rückzug darſtellten.

Zuweilen, bei den bekannten Abendbroden von Choiſy, wo die Tiſche ganz beladen aus dem Boden herauffa⸗ men, wo der Dienſt durch die Stalljunker verrichtet wurde, wenn die Gräfin du Barry Ludwig KV. zum Leeren voller Gläſer, der Herzog von Ayen zu ſchallen⸗ dem Gelächter und der Marquis von Chauvelin zur epicuräiſchen Heiterkeit herausforderten, bemerkte Lud⸗ wig XV. zu ſeinem Erſtaunen, daß ſeine Hand träge war, das Glas voll von dem funkelnden Trank, den er ſo ſehr geliebt, aufzuheben, daß ſeine Stirne ſich wei⸗ gerte, ſich zu dem unauslöſchlichen Gelächter zuſammen⸗ zuziehen, das die Witze von Jeanne Vaubernier zuwei⸗

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