Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1850)
Entstehung
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Zu Hülfe! zu Hülfe! rief ich,einen Arzt! einen Arzt!

Dann, da Niemand antwortete, in Betracht, daß Vanly ihre Maßregeln getroffen hatte, und daß das Haus vollkommen verödet war, öffnete ich das Fenſter.

Zu Hülfe! wiederholte ich,zu Hülfe! einen Arzt! einen Arzt!

Zum Glück ging in dieſem Augenblick ein Laſt⸗ träger auf dem Kai vorüber; er hörte mich rufen, er kannte mich und ſtellte ſich zu meiner Verfügung.

Einen Arzt! rief ich ihm zu, und warf zu⸗ gleich ein Goldſtück zu ſeinen Füßen.

Er hob das Goldſtück auf, machte ein Zeichen mit dem Kopf und lief aus Leibeskräften weg.

Nach fünf Minuten kam er mit einem Bonzen zerück, der die Heilkunde gratis für das Volk trieb und

hinſichtlich ſeines Wiſſens und ſeiner Frömmigkeit unter den Leuten vom Hafen in großem Rufe ſtand.

Aber obgleich kaum zehn Minuten vergangen waren, ſeitdem Schimindra das Gift verſchluckt, hatte

das Uebel doch ſchon furchtbare Fortſchritte gemacht. Der⸗

Athem war geräuſchvoll und durch Schluchzen unter⸗ brochen, die Muskeln des Bauches und der Bruſt fingen an ſich zuſammenzuziehen, der Mund wurde ſchäumend, der Kopf fiel zurück und das Erbrechen begann.

Ich lief dem Arzte entgegen und führte ihn zu Schimindra.

Oho! rief er,dieſe Frau hat die Cholera, oder ſie iſt wohl... er zögerte.

Sie iſt wohl? ſie iſt wohl? wiederholte ich.

Oder ſie iſt wohl vergiftet worden.

Womit?

Mit dem Upas von Java.

So iſt es, rief ich;ja, ja, ſie iſt mit dem Upas von Java vergiftet worden. Welches Mittel gibt es dagegen?

Es gibt kein Mittel, oder wenn es eines gibt.