Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1850)
Entstehung
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ſchen Wunden zuruͤckkehren, die nur den Körper tödten. Don Bernardo hatte nicht den Muth hiezu.

Am andern Morgen, obgleich ſeine neuntägige An⸗ dacht beendigt war, von einem Ave abgeſehen, kehrte er an den Brunnen zurück; die Liebe hatte ſich ſeines Herzens bemächtigt und keinen Platz für das Gebet übrig gelaſſen. Aber auf dem Felſen ſitzend, das Auge dem Kloſter zugewendet, wartete er auf einen neuen Zug, dem ähnlich, welchen er ſchon geſehen, der aber nicht kam.

So wartete er drei Tage, ohne Ruhe, ohneSchlaf; er ging wieder und wieder um das Kloſter her, deſſen Thore unbarmherzig geſchloſſen blieben. Am vierten Tag wußte er, daß die Thüren der Kirche, als an einem Sonntag, offen waren, und daß Jedermann in den Tempel Gottes eintreten konnte.

Nur ſangen die Nonnen, in dem Chor eingeſchloſ⸗ ſen, hinter großen Draperienz man hörte ſie, ohne ſie zu ſehen.

Endlich kam der ſo ſehr erſehnte Tag. Leider er⸗ wartete ihn Don Bernardo in einer ſehr profauen Ab⸗ ſicht; der Gedanke, dieſer Tag ſei derjenige, wo er ſich dem Herrn nähern könne, kam ihm nicht in den Kopf, er dachte nur daran, ſich Anna von Niebla zu nähern.

Zur Stunde, wo ſich die Pforten des Kloſters öff⸗ neten, war er anweſend.

Um zwei Uhr Morgens hatte er ſich ſelbſt in den Stall begeben, ſein Pferd geſattelt, und war wegge⸗ ritten, ohne Jemand etwas davon zu ſagen. Von zwei Uhr bis um acht Uhr war er in der Umgegend der Quelle umhergeirrt, nicht mehr die Stirne in ſeinen großen Mantel gehüllt, um ſich vor dem Nordoſtwind des Gebirges zu ſchützen, ſondern die Stirne entblößt, alle Winde der Nacht anflehend, um den hrennenden S auszulöſchen, der ſein Gehirn zu verzehren

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Sobald Don Bernardo in die Kirche eingetreten