Wunden, die er bei der Belagerung von Granada er⸗ halten hatte.
Am andern Tage beſchloß auch Don Bernardo, die Behandlung zu beginnen, der er in ſeinem reli⸗ giöſen Glauben eine ſchnelle Heilung verdanken zu müſſen hoffte. Die Vorſchrift, die man zu befolgen hatte, war ganz einfach. Don Pedro würde thun, was der ärmſte Bauer that, welcher den Beiſtand der heili⸗ gen Mutter Gottes erflehte, unter deren Anrufung der Brunnen ſtand. Ueber der Ouelle erhob ſich ein klei⸗ ner, aus einem einzigen Felſen beſtehender Hügel; oben auf dieſem Felſen ragte ein Krenz empor. Man er⸗ kletterte den Felſen mit nackten Füßen, man kniete vor dem Kreuze nieder, ſprach andächtig fünf Pater und fünf Ave, ſtieg ebenfalls mit nackten Füßen wieder herab, trank ein Glas Waſſer und ging nach Hauſe.
Die Pilgerfahrten theilten ſich in neuntägige An⸗ dachten, und am Ende der dritten Abtheilung dieſer Art, das heißt nach ſieben und zwanzig Tagen, kam es ſelten vor, daß man nicht geheilt war.
Am andern Morgen, bei Tagesanbruch, ließ ſich Don Bernardo von Zuniga wirklich ſein Pferd vor⸗ führen, und da er hundertmal in ſeiner Jugend den Weg nach der Quelle gemacht hatte, ſo ritt er allein zu ſeiner Geſundheits⸗Pilgerfahrt weg.
An der Quelle angelangt, ſtieg er ab, band ſein Pferd an einen Baum, zog ſeine Fußbekleidung aus, kletterte mit bloßen Füßen auf den Felſen, ſprach ſeine fünf Pater und ſeine fünf Ave, ſtieg wieder hinab, trank ein Glas Waſſer vom Brunnen ſelbſt, zog ſeine Stiefel wieder an, ſchwang ſich auf ſein Pferd, warf einen Blick, einen religiöſen ohne Zweifel, nach dem Kloſter der Unbefleckten Empfängniß, das in der Ent⸗ fernung einer halben Meile von da durch die Bäume zu erſchauen war, und kehrte in ſein Schloß zurück.
Jeden Tag unternahm Don Bernardo dieſelbe Fahrt, und es war ſichtbar, daß das Wunderwaſſer auf


