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„Amelie,“ ſagte er,„ich war gekommen, um Dich zu fragen.“
„Wegen Lord Tannlays, ich weiß es,“ antwortete das junge Mädchen.
„Du weißt es, und wie das?“
„Habe ich Dir nicht geſagt, daß ich Dich kommen ſah und daß ich wußte, weßhalb Du kamſt.“
„So antworte mir.“
„Wende mich nicht von Gott und von ihm ab, Roland; ich habe Dir geſchrieben: lies meinen Brief.“
Roland ſteckte ſeine Hand unter das Kopfkiſſen, überzeugt, daß ſeine Schweſter im Delirium ſpreche.
Zu ſeinem großen Erſtaunen fühlte er ein Papier, das er an ſich zog.
Es war ein Brief in einer Enveloppe; auf der letztern ſtanden die Worte geſchrieben:
„An Roland, der morgen kommt.“
Er näherte ſich der Lampe, um leichter zu leſen.
Der Brief war vom vorhergehenden Tage um eilf Uhr datirt.
Roland las:
„Mein Bruder, wir haben uns gegenſeitig etwas Furchtbares zu verzeihen.“
Roland betrachtete ſeine Schweſter, ſie lag noch immer unbeweglich da.
Er fuhrt fort:
„Ich liebte Charles von Saint⸗Hermine, ich ging weiter, als ihn bloß zu lieben, er war mein Ge⸗ liebter.“
„O,“ murmelte der junge Mann zwiſchen den Zähnen,„dann muß er ſterben.“ „Er iſt todt,“ ſagte Amelie.


