Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſpruch nehme, nicht ein Befehl, den ich gebe, ſondern eine Bitte, die ich an euch richte: meine Freunde, verſprecht mir auf eure Ehre, daß das Leben Rolands von Montrevel euch heilig ſein ſoll.

Einſtimmig antworteten alle, welche zugegen waren, indem ſie die Hand in die Höhe hoben:

Auf Ehre, wir ſchwören es!.

Nun, fuhr Morgan fort,gilt es unſere Lage von ihrem wahren Geſichtspunkte ins Auge zu faſſen, uns keine Illuſionen zu machen; ſobald eine gut orga⸗ niſirte Polizei uns zu verfolgen beginnt und uns wirklich den Krieg macht, iſt es unmöglich, daß wir Wider⸗ ſtand leiſten: wir müſſen deßhalb liſtig ſein wie der Fuchs, Auswege ſuchen wie das Wildſchwein, über unſern Widerſtand kann nur Zeit und Ort entſchei⸗ den. Das iſt meine Anſicht wenigſtens.

Morgan fragte ſeine Genoſſen mit den Augen und fand allgemeine Zuſtimmung: nur mit einem Lächeln auf den Lippen anerkannten ſie, daß ihr Untergang gewiß ſei.

So war es zu jener ſeltſamen Zeit: man nahm den Tod ohne Furcht hin, wie man ihn ohne Em⸗ pfindung gab.

Und haſt Du nichts mehr für den Augenblick hinzuzufügen? fragte Montbar.

Doch, ſagte Morgan,ich habe hinzuzufügen, daß nichts leichter iſt, als uns Pfende zu verſchaffen, und ſogar zu Fuß fortzukommen: wir find lauter Jäger und mehr oder weniger Bergbewohner. Zu Pferd brauchen wir ſechs Stunden, um außerhalb Frankreichs zu ſein, zu Fuß zwölf: ſind wir mal in