Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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„Nie.“ „Und doch biſt Du meine Frau, Amelie. Ein Prieſter hat unſere Verbindung geweiht.“„

„Aber man ſagt, dieſe Verbindung ſei null und nichtig vor dem Geſetze, weil ſie nur von einem Prie⸗ ſter geſegnet wurde.“

„Und Dir,“ ſagte der Fremde,„Dir, der Gattin eines Proſcribirten, genügt das nicht?“

Indem er ſo ſprach, zitterte ſeine Stimme.

Amelie warf ſich in einem Anflug von Reue in ſeine Arme.

„Aber meine Mutter!“ ſagte ſie,„meine Mutter war nicht zugegen, ſie ſegnete unſeren Bund nicht.“

„Weil Gefahr dabei war und wir der Gefahr allein trotzen wollten.“

„Und dann dieſer Mann. Haſt Du nicht ge⸗ hört, daß mein Bruder ſagt, er will?“

„O, wenn Du mich liebteſt, Amelie, würde die⸗ ſer Mann ſehen, daß er das Ausſehen eines Staates verändern, den Krieg von einem Ende der Welt an das andere tragen, eine Geſetzgebung gründen, einen Thron bauen, aber einen Mund nicht ja zu ſagen zwingen kann, wo das Herz nein ſagt.“

„Wenn ich Dich liebte!“ ſagte Amelie mit dem Tone ſanften Vorwurfs.„Es iſt Mitternacht, Du biſt in meinem Zimmer, ich weine in Deinen Armen, ich bin die Tochter des Generals von Montrevel, die Schweſter Rolands, und Du ſagſt:„Wenn Du mich

üiebteſt!“

„Ich habe Unrecht, ich habe Unrecht, meine an⸗ gebetete Amelie: ja ich weiß, daß Du in der Ver⸗ ehrung dieſes Mannes aufgewachſen biſt; Du be⸗