Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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hatte etwas ſo ungewöhnlich Düſteres und Unheim⸗ liches, daß es ſelbſt den, der ſo eben geſprochen, hätte ſchauern machen müſſen, wenn Roland nicht, wie er ſelbſt geſagt, ein für alle Furcht unzugäng⸗ liches Herz gehabt.

Er ſuchte einen Punkt, von wo er mit dem Blicke den Saal überſchauen konnte: ein einzelner Tiſch, auf einer Art Eſtrade, welcher ohne Zweifel dem Superior des Kloſters entweder dazu gedient, während des Mahles eine fromme Leſung zu halten, oder abgeſondert von den andern Brüdern ſein Mahl einzunehmen, erſchien ihm ein Beobachtungs⸗ punkt, der alle Vorzüge in ſich vereinigte, die er wünſchen konnte.

An die Mauer gelehnt, konnte er von hinten nicht überraſcht werden, und ſein Blick beherrſchte, ſobald er an die Dunkelheit gewöhnt war, alle Punkte des Saales.

Er ſuchte irgend einen Sitz, und fand drei Schritte von dem Tiſche den umgeſtürzten Schemel, der ent⸗ weder dem Speiſenden, oder dem vereinzelten Vor⸗ leſer gehört.

Er ſetzte ſich vor den Tiſch, legte ſeinen Mantel

ab, um volle Freiheit in ſeinen Bewegungen zu ha⸗ ben, nahm ſeine Piſtolen aus dem Gürtel, legte das eine vor ſich, während er mit dem Kolben des an⸗ dern dreimal auf den Tiſch ſchlug:

Die Sitzung iſt eröffnet, ſagte er mit lauter Stimme,die Geſpenſter können kommen.

Nur Diejenigen, welche in der Nacht zu zweien, über Kirchhöfe oder durch Kirchen gehend, bisweilen, ohne ſich Rechenſchaft zu geben, jenes eigenthümliche