239
Spanien und den Katholiken in Frankreich und England ſo unangenehm als moglich zu ſein; ſie ſchlugen ſich des⸗ halb mehr aus Eitelkeit als aus Ueberzeugung oder Hin⸗ gebung und man fühlte recht wohl, daß ſie nach Beendigung des Feldzuges den Fuhrer verlaſſen oder ihm Bedingungen vorſchreiben wurden.
Der Herzog von Anjon deutete übrigens immer an, er wurde zu rechter Zeit dieſen Bedingungen entgegen kom⸗ men. Sein Lieblingsausſpruch war, Heinrich von Navarra iſt katholiſch geworden, warum ſollte Franz von Frankreich nicht proteſtantiſch werden?
Auf der andern Seite dagegen, d. h. bei dem Feinde gab es im Widerſpruche mit dieſen moraliſchen und politi⸗ ſchen Uneinigkeiten beſtimmte Grundſätze, eine vollkommen feſtſtehende Sache, rein von Ehrgeiz und Zorn.
Antwerpen hatte zuerſt die Abſicht gehabt ſich zu erge⸗ ben, aber zu ſeiner Zeit und unter ſelbſtgewählten Bedin⸗ gungen; es wies Franz nicht gerade zuruck, wollte aber warten, da es durch ſeine Lage, den Muth und die kriege⸗ riſche Erfahrung ſeiner Einwohner ſtark war; es wußte übrigens, daß es, ſobald es den Arm ausſtrecke, außer dem Herzog von Guiſe, der beobachtend in Lothringen ſtand, Alerander Farneſe in Luxemburg finden werde. Warum ſollte es im Nothfalle nicht die Hilfe Spaniens gegen An⸗ jou annehmen, wie es die Hilfe Anjou's gegen Spanien angenommen hatte? Es ſtand ihm ja frei Spanien zuruͤck⸗ zuweiſen nachdem es mit Spaniens Hilfe Anjon zuruͤckge⸗ trieben hatte.


