Teil eines Werkes 
3. Bd. (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

226

ſo nahe an dem Throne geboren war, dem ihm jedes Ereig⸗ niß naͤher zu bringen ſchien und nie mit Geduld auf den Tod warten konnte, der ihm den Weg freimache.

So wuͤnſchte er Anfangs den Thron von Navarra un⸗ ter Karl IXK., dann den Karls IXK. ſelbſt, endlich den Frank⸗ reichs, auf welchem ſein Bruder Heinrich, der ehemalige Koͤnig von Polen, ſaß, der zum Neide ſeines Bruders, wel⸗ cher nicht eine erreichen konnte, zwei Kronen zu tragen hatte.

Damals hatte er einen Augenblick die Augen nach Eng⸗ land gewendet, das von einer Frau regiert wurde und um den Thron zu erlangen, hatte er die Frau heirathen wollen, ob ſie gleich Eliſabeth hieß und zwanzig Jahre älter war als er.

Auch hatte das Gluͤck angefangen ihm zu lächeln, wenn es ein Gluckslächeln war die ſtolze Tochter Heinrichs VIII. zu heirathen. Derjenige, welcher ſein ganzes Leben hin⸗ durch in ſeinen fruͤhreifen Wuͤnſchen nicht einmal ſeine Frei⸗ heit zu vertheidigen gewußt, ſeine Guͤnſtlinge, La Mole und Coconnas hatte tödten ſehen, vielleicht ſelbſt getödtet und feig den muthigſten ſeiner Herren, Buſſy, geopfert hatte, Alles ohne Gewinn für ſeine Erhebung und zum großen Nachtheile füͤr ſeinen Ruhm, dieſer Verſchmähete des Gluͤcks ſah ſich mit einem Male von den Gunſtbezeigungen einer großen Koͤnigin uberſchuttet, die bis dahin keinem ſterb⸗ lichen Blicke zugaͤnglich geweſen war und durch ein ganzes Volk zu der erſten Würde erhoben, die dieſes Volk ertheilen konnte. 6 Flandern bot ihm eine Krone und Eliſabeth hatte ihm ihren Ring gegeben.

3 .

5