Teil eines Werkes 
2. Bd. (1847)
Entstehung
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Ach, Herr Schatzmeiſter!“

„Aber es gehoͤrt doch ungeheure Uebung dazu, um einen Degen ſo wie Ihr zu handhaben,“ fuhr Borromaͤus fort.

„Nun ja,“ antwortete Chicot gutmuͤthig,„ich habe allerdings das Schwert bisweilen in der Hand gehabt, da⸗ bei aber auch immer etwas geſehen.“

„Was?“

„Daß der Stolz fuͤr den, welcher den Degen in der Hand hat, ein uͤbeler Rathgeber und der Zorn ein ſchlech⸗

ter Gehilfe iſt. Und nun hoͤrt mich an, mein kleiner Bru⸗

der Jacob,“ ſetzte er hinzu;„Ihr habt eine huͤbſche Hand, ſteht aber ſchlecht auf den Beinen und ſeid nicht aufmerk⸗

ſam. Ihr ſeid ſchnell, bedenkt aber nichts.. Die Fecht⸗

kunſt erfordert drei weſentliche Dinge, zuerſt den Kopf, dann die Hand und endlich die Beine. Mit dem erſten kann man ſich vertheidigen, mit dem erſten und der zweiten kann man ſiegen, beſitzt man aber alle drei zuſammen, ſo ſiegt man ſtets.“ „Ach, Herr,“ ſagte Jacob,„noch einen Gang mit dem Bruder Borromäus. Das muß ſchoͤn anzuſehen ſein.“ Chicot wollte veraͤchtlich den Antrag abweiſen, aber

es fiel ihm auch ein, daß der ſtolze Schatzmeiſter dieſe ſeine

Ablehnung vielleicht zu ſeinem Vortheile benutze. „Meinetwegen,“ ſagte er alſo,„wenn Bruder Borro⸗ maͤus einwilliget, ſtehe ich ihm zu Dienſten.“ „Nein,“ antwortete der Schatzmeiſter,„ich wuͤrde beſiegt werden und geſtehe es lieber ein, als daß ich es beweiſe.“

Robert Briquet, ein eifriger Beſucher des Fechtſaales?

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