10— das Freitags zum dritten Gerichte gegeben wird, reiche nicht aus.“ „Seht doch! Reiche nicht aus? Und welchen Grund„ führten ſie an?“ „Sie behaupteten noch Hunger zu haben und verlang⸗ ten noch etwas, wie Hummer oder ſtarkgewuͤrzten Fiſch. Konnt Ihr Euch ſolchen Hunger vorſtellen?“ „Da die Moͤnche ſich ſtark in den Waffen üͤben, ſo iſt es kein Wunder, daß ſie Hunger haben.“ „Und wo laͤge dann das Verdienſtliche?“ fragte Mo⸗ deſtus.„Gut eſſen und gut arbeiten kann Jedermann. Zum Teufel, man muß den Herrn durch Entſagung wohlgefallig zu werden ſuchen“, fuhr der wuͤrdige Prior fort, indem er ſich ein tͤchtiges Stuͤck Schinken und Rindfleiſch vorlegte. „Trinkt, Modeſtus, trinkt“, ſagte Chicot,„Ihr erſtickt ſonſt, lieber Freund. Ihr werdet ſchon ganz kirſchbraun im Geſicht.“ „Vor Zorn“, antwortete der Prior, indem er ſein gro⸗ 3 ßes Glas leerte. Chicot ließ es geſchehen, als aber Gorenflot das Glas wieder hingeſtellt hatte, ſagte er: „Erzählt Euere Geſchichte weiter; ſie ſpannt meine
Neugierde, auf Ehre. Ihr habt ihnen alſo ein Gericht ent⸗ 3
zogen, weil ſie noch nicht ſatt zu ſein behaupteten?“ „Ganz richtig.“ 1„Das iſt ſinnreich.“ V
„Auch wirkte die Strafe empfindlich; ich glaubte, es käme zum Aufruhr; die Augen blitzten und die Zaͤhne klap⸗ perten.“


