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Es gibt Augenblicke,— denn wenn nicht Alles gut in der Welt iſt, ſo iſt doch auch nicht Alles ſchlecht,— es gibt Augenblicke, wo in den trockenſten und kälteſten Herzen, befeuchtet von den Thränen einer außerordentlichen Bewegung, ein edles Gefühl keimt, das durch die Berechnung oder den Stolz erſtickt wird, wenn ſich nicht ein anderes Herz bei der Geburt ſei⸗ ner bemächtigt. Anna von Oeſterreich hatte einen von dieſen Augenblicken. Seiner eigenen Gemüthsbewe⸗ gung gehorchend, welche mit der der Königin im Ein⸗ lang ſtand, hatte d'Artagnan das Werk einer tiefen Diplomatie vollbracht; er wurde deshalb auch unmit⸗ telbar belohnt für ſeine Gewandtheit oder für ſeine Uneigennützigkeit, je nachdem man ſeinem Geiſte oder ſeinem Herzen die Ehre ſeiner Handlungsweiſe zuer⸗ kennen will.
„Ihr hattet Recht, mein Herr,“ ſprach Anna,„ich verkannte Euch. Hier find die unterzeichneten Urkun⸗ den, die ich Euch aus freiem Antrieb zurückgebe; geht und ti uns ſo ſchnell als möglich den Carvinal zurück.“
„Madame,“ ſprach d'Artagnan,„vor zwanzig Jahren, mein gutes Gepächtniß erinnert mich däran, habe ich die Ehre gehabt, hinter einem Vorhange des Stadthauſes eine von dieſen ſchönen Händen zu küſſen.“
„Hier iſt die andere,“ ſagte die Königin,„und damit die linke nicht minder freigebig ſei, als die rechte,— ſie zog von ihrem Finger einen dem erſten ungefähr ähnlichen Diamant—„nehmt und behaltet dieſen Ring zum Andenken an mich.“
„Madame,“ ſprach dArtagnan ſich erhebend,„ich habe nur noch einen Wunſch: es möge das Erſte, was Ihr von mir verlangt, mein Leben ſein.“
Und mit der Haltung, die nur ihm eigenthümlich war, entfernte ſich d»Artagnan.
„Ich habe dieſe Leute mißkannt,“ ſagte Anna von


